8. Marathon du Beaujolais in Villefrance am 17.11.2012 Teil 1/2

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Teil 1 – Anreise und Pasta Party

img_3985
Link zur Bildergalerie

Nachdem wir, d.h. Gudrun und ich, bereits im letzten Jahr zusammen mit Silvia und Micha sehr viel Spaß beim „Marathon du Beaujolais“ hatten (siehe Bericht vom letzten Jahr), stand für uns fest: da müssen wir unbedingt wieder hin!

In diesem Jahr machte die Laufgruppe vom TSV Kuppingen gleich eine Vereinsfahrt mit großem Reisebus daraus, der wir uns anschlossen, denn in großer Gemeinschaft würde es bestimmt noch lustiger werden 🙂 . Christoph und Micha hatten langfristig das Hotel und die Busfahrt für die ca. 60 Mitreisenden organisiert und alles bestens vorbereitet. So konnte eigentlich nichts mehr schief gehen…

Aber auch nur eigentlich, denn wie der Deibel es will, hatten wir uns unpassenderweise einige Tage vor der Abreise eine Erkältung einfangen, eine „richtig“ schöne mit Halskratzen und Schnupfen. So etwas lässt sich beim besten Willen nicht einplanen und mein Start in Frankreich war damit mit einem dicken Fragezeichen versehen. Die Notvariante sah vor, dass ich die anderen Läufer nur vom Streckenrand aus anfeuern würde, aber wirklich nur als absoluter Notfall! Nun gut, ein paar Tage Zeit waren bis dahin noch hin und ich hegte die leise Hoffnung, dass sich die Erkältung bei guter Pflege bis zum Marathon verflüchtigt haben könnte. Zum Glück besserte sich meine Verfassung ab Donnerstag täglich zusehends!!! Die letzte Entscheidung, ob Start „JA“ oder „NEIN“ wollte ich aber erst am Starttag treffen, kommt Zeit, kommt Rat.

Am Donnerstag machten Gudrun und ich uns in aller Frühe (fünf Uhr!) mit der Bahn nach Stuttgart auf. Die Bahn wurde ihrem Ruf als Zuspätkommer nicht gerecht 😉 und so konnten uns Silvia und Micha bereits kurz vor 14 Uhr auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof begrüßen. Zu Hause bei ihnen gab es erst einmal Kaffee und ganz frische, ganz leckere Torte vom örtlichen Bäcker und natürlich wurde auch viel erzählt und für die kommenden Tage geplant.

Wir hatten den halben Tag im Zug verbracht und so kam uns der Vorschlag für einen abendlichen Spaziergang durch Herrenberg gerade recht. Anscheinend schaffen wir es wohl immer nur im Dunkeln nach Herrenberg, denn auch im letzten Jahr hatten wir dieses hübsche Städtchen mit den vielen alten Fachwerkhäusern auch in den Abendstunden besichtigt. Beim nächsten Mal müssen wir es auch mal am Tage schaffen…  Zum Abschluss  des Tages gab es dann ein typisch schwäbisches Gericht: Spätzle mit Linsen und Würstle,  lecker! Unser Gourmet-Wochenende hatte begonnen.

Für Freitag war die Abfahrt mit dem Reisebus um 7:30 Uhr geplant. Bei unserem Eintreffen kurz nach sieben Uhr am vereinbarten  Sammelpunkt, der Gemeindehalle in Kuppingen, waren wir nahezu die Ersten, die eingetroffen waren. Die übrigen Reiseteilnehmer trafen dann aber fast im Minutentakt ein und bald kam auch der der große Reisebus. Natürlich kannten wir außer Silvia und Micha sowie dem in Herrenberg zusteigenden Walter keinen weiteren Mitreisenden bisher persönlich, was sich ja nun schnell ändern sollte ;-). Jedenfalls waren wir den meisten von Michas Berichten und teilweise auch über unsere Homepage bereits bekannt.

Im Bus herrschte dann auch eine erwartungsfrohe Stimmung, denn für die meisten war es die erste Reise zum Beaujolais. Von den Mitreisenden hatten sich acht Teilnehmer für die Marathondistanz zweiundzwanzig für den Halbmarathon und vierzehn für die 12 Kilometer registriert. Dazu kamen noch unsere Schlachtenbummler und Supporter 🙂 .

Christoph als Cheforganisator der Reise sowie Walter als Kenner von Land und Leute versorgten uns während der Fahrt mit vielen interessanten Informationen über unsere Zielregion und über die Besonderheiten des Weines aus dem Burgund und dem Beaujolais.

Im Bus wurden dann auch die speziellen Kuppinger Beaujolais-Laufshirts verteilt, damit wir alle als Gruppe zu erkennen wären. Vorne prangte groß das offizielle Logo des „Marathon du Beaujolais“ und auf der Rückseite grüßte ein speziell angepasstes Logo vom Lauftreff der TSV Kuppinger „Mondfänger“: Die vier Läufer des  üblichen Logos hatten zusätzlich ein Weinglas in der Hand, darüber befand sich in großen Lettern der Vorname des Shirt-Trägers und unter dem Logo stand eine freie Übersetzung des „Mondfängers“ ins Französische. Mit dem Begriff Mondfänger hat es eine besondere Bewandtnis, denn im Schwabenländle gibt es nahezu für jeden Ort so einen Necknamen und der Mondfänger steht für die Kuppinger. Laut einer Überlieferung hatte ein Kuppinger Bauer in seinem Stall des Nachts den Mond eingefangen 😉 .

Das Wetter auf unserer Fahrt in Richtung Frankreich kann man so beschreiben: typisch nebliger November! In den Lagen unter halb von 700 m war nur Nebel zu sehen.  Lediglich kurz vor Freiburg gab es einen klitzekleinen Lichtblick mit strahlendem Sonnenschein und Superweitsicht.  Aber dies war wirklich nur ein ganz kurzes Intermezzo, bevor es den Rest der Fahrt mit Nebel weiterging.

Allerdings ließ sich die Truppe des TSV Kuppingen (plus externer Verstärkung) davon nicht beeindrucken. Auch für die Pausenversorgung war alles bestens vorbereitet, es gab Kaffee und frische Salzbrezel.

Im Burgund legten wir eine ca. vierzigminütige Pause in der Stadt Beaune ein. Unser Reisebus hielt direkt hinter dem Hôtel-Dieu, einem alten Hospiz aus dem 15. Jahrhundert. Von hier aus waren es nur wenige Meter bis in das wunderschöne historische Stadtzentrum. In Beaune würde man für einen Historienfilm wenig Aufwand für Kulissen benötigen, denn man fühlte sich hier richtig in eine andere Zeit versetzt. Wie einer unserer Mitreisenden später zu berichten wusste,  wurden 1966 im Hospiz von Beaune auch Teile des Films „Die große Sause“ gedreht. Louis de Funès und Bouville spielten übrigens in dieser Komödie die Hauptrollen.

Nach diesem kleinen Zwischenstopp ging es direkt weiter bis nach Villefrance-sur-Saône, der Hauptstadt des Beaujolais und dem Zielort  vom „Marathon du Beaujolais“. Unser Hotel „Plaisance“ lag nur unweit des Rathauses (fünf Minuten Fußweg), wo am nächsten Tag der Zieleinlauf für alle Strecken sein sollte.

Unser Busfahrer hatte zunächst Probleme mit dem großen Bus vor dem Hotel vorzufahren, denn die Straßen waren eng und ziemlich zugeparkt. Nach dem Einchecken beim Hotel ging es dann kurz nach 18 Uhr mit dem Bus weiter in Richtung ParcExpo. Direkt vor der Messe wartete schon Laurence auf Micha und Silvia und auch wir freuten uns riesig, Laurence nach einem Jahr wiederzusehen. Letztes Jahr hatte sie gemeinsam mit Silvia und Gudrun Micha und mich an der Strecke angefeuert. In diesem Jahr wollte Laurence den  Halbmarathon, der von Arnas nach Villefrance führt, in Angriff nehmen, also selber starten.

In der Messehalle holten wir uns alle unsere Startunterlagen ab. Das klappte alles wie am Schnürchen. Jeder Teilnehmer bekam eine Tüte mit allen notwendigen Unterlagen: Startnummer, Chip, Gutscheine für die Pasta-Party, Gutschein für den Bustransfer nach Fleurie… Nachdem jeder seine Startunterlagen in den Händen hielt, sammelten sich alle Teilnehmer unserer Reisegesellschaft für ein Gruppenfoto. Natürlich hatten wir uns, wie auch alle anderen unserer munteren Reisegesellschaft, für den heutigen Abend das neue Shirt übergestreift.

Jetzt hatten wir  Zeit für die Marathonmesse. Ich hatte mich ja bereits im Vorfeld mit André aus Rostock auf der Messe verabredet, konnte ihn aber leider nicht entdecken. Anscheinend hatten wir uns zeitlich verfehlt. Am nächsten Tag würde ich ihn bestimmt treffen, da war ich mir sicher…

Bereits die Messe war sehr spaßig. Es gab jede Menge zu Info´s zu Laufveranstaltungen in der Region (vor allem Weinmarathons). Und natürlich wurden an etlichen Ständen auch verschiedene Weine zum Probieren angeboten, so glänzte der Stand vom „Marathon du Médoc“, der als der längste Marathon der Welt gilt, mit Bordeaux.

Am Kostüm-Ausstattungs-Stand kaufte ich mir dann noch eine Schottenmütze mit integriertem rotem Haar. Gudrun meinte, die Mütze würde mir prima stehen und ich sollte morgen damit laufen.

Direkt von der Messe gingen wir in die große Halle bzw. den Hallenbereich, in dem die Pasta-Party stattfinden sollte. Durch das ganze Hin und Her hatte ich plötzlich statt der Gutscheine für die Pasta-Party den Gutschein für den Bustransfer in der Hand, der mir heute Abend nun allerdings wenig nützte ;-). Gemeinsam mit Walter und Gudrun wühlte ich nun die Tasche durch und wurde fündig. Die ganze Aufregung war also umsonst!

Eine große Bankreihe sowie einige Plätze am Nachbartisch waren bereits mit den Leuten vom TSV Kuppingen besetzt. Nachdem der erste Beaujolais in den Gläsern war, wurde auf den morgigen Wettkampf und entsprechendem Erfolg angestoßen, wobei die Ambitionen zwischen Ankommen und PB lagen. Micha hegte natürlich noch die leise Hoffnung, dass er mich zu einer neuen PB unter vier Stunden puschen könnte. Ich dämpfte seinen ungebremsten Optimismus, denn ich hatte ja gerade meine Erkältung überwunden und wollte es deshalb locker angehen lassen. Ich war froh, dass ich überhaupt an den Start gehen konnte. Tatsächlich ging es mir jedoch schon viel besser als zwei Tage zuvor. Gudrun meinte die Sache mit der PB solle ich mal vergessen, lieber den Lauf genießen und mindestens eine halbe Stunde länger einplanen als sonst…

Gleich nachdem die Sängerin ihr Programm begonnen hatte, stieg die Stimmung. Bereits nach den ersten Songs (vor allem französische) klatschte bereits der ganze Saal. Ein wenig später stand die Sängerin auf dem Tisch und die Gäste auf den Stühlen. Es wurde geklatscht, mitgesungen und Tücher geschwenkt.

Mittlerweile war auch Wilfried, der Mann von Laurence , eingetroffen und wurde von uns allen begrüßt. Für den Wettkampftag hatte sich Laurence bereits mit Gudrun abgesprochen. Da der Start des Halbmarathons erst um 13:30 Uhr in Arnas erfolgen sollte, die Marathonis jedoch in Fleurie bereits um 10:30 Uhr starten, wollte sie mit Gudrun zunächst mit dem Auto nach Fleurie fahren. Laurence könnte dann auch ihre Freundin, die erstmals den Marathon läuft, beim Start anfeuern. Anschließend wollten Laurence und Gudrun dann zusammen nach Arnas fahren. Laurence würde dann in Arnas beim Halbmarathon starten.  Gudrun sollte dann mit Wilfried von Arnas nach Villefranche fahren. Ganz einfach, oder nicht???  Alles klar? Wir würden morgen sehen…

Unser Bus musste spätestens um 21:30 Uhr vom Expo-Gelände abfahren, da der Busfahrer ansonsten seine zulässige Zeit am Steuer überschritten hätte. So mussten wir leider schon relativ früh von der Pasta-Party los 🙁 . Ausgeschlafen und ausgeruht sollten wir dafür am nächsten Tag aber sein!

Teil 2 folgt !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.