22. Neubrandenburger Halbmarathon am 05.05.2013

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Am letzten Sonntag fand bei schönstem Frühlingswetter der 22. Neubrandenburger Halbmarathon, gleichzeitig auch der sechste Lauf im Laufcup, auf dem Plan. Ich wusste eigentlich recht genau, auf was ich mich dabei einließ. Vor drei Jahren lief ich dort die zehn Runden durch den Kulturpark in 1:45:29 h, für meine Verhältnisse eine Fabelzeit.

Am Freitag, also zwei Tage zuvor, hatte ich nachmittags am Laufseminar mit dem mehrfachen Ironman-Sieger Lothar Leder und dem Marathon-Ass Kurt Stenzel teilgenommen, gemeinsam mit ca. 20 weiteren Hobbyläufer 🙂 . Insbesondere das Lauf-ABC barfuß auf dem Rasen des Leichtathletikstadions war sehr interessant, hatte es aber mächtig in sich! So blieb es wegen der ungewohnten Belastung nicht aus, dass ich am Samstag einen richtig schööönen Muskelkater mein eigen nannte…

Am Sonntag hielt ich mich weitestgehend an die Tipps der Profis Lothar Leder und Kurt Stenzel: drei Stunden vor dem Lauf etwas Leichtes essen. Empfohlen hatten die beiden Toast mit Honig und Kaffee. Ich variierte und nahm statt Toast Brötchen. So ein großer Unterschied sollte es bestimmt nicht sein 😉 .
Nach dem Frühstück holten wir Gerlind ab, die schon fast gar nicht mehr mit uns gerechnet hatte, denn heute hatten wir unser obligatorisches akademisches Viertel Verspätung nochmal um fast ein akademisches Viertel überzogen…

Kurz vor acht Uhr ging es dann aber wirklich mit dem Auto nach Neubrandenburg los. Bei unserer Ankunft im Kulturpark kurz vor halb zehn hatten schon viele ihre Startnummer plus Transponder in abgeholt gehabt. Für mich hatte Horst in bewährter Weise die Sachen schon in Empfang genommen und so konnte ich mich gleich startklar machen. Beim ersten Schritten beim Einlaufen merkte ich aber ganz deutlich, dass mein mir am Freitag eingehandelter Muskelkater nicht verschwunden war und die Schritte schwer werden ließ. Das konnte ja noch heiter werden!!!

Allerdings hatte ich die leise Hoffnung, dass sich die Befindlichkeiten während des Laufes legen würden. In einiger Entfernung vor dem Zieltor sollte unser Start etwas versetzt erfolgen, damit die Gesamtdistanz von 21.098 Meter nach zehn vollen Runden genau erreicht wird. Während Gudrun sich bereits an der Laufstrecke “auf Pirsch” legte, starteten ein paar hundert Meter hinter uns zunächst die 17 Starter über 7,5 km. Wir warteten mit unserem Start, bis diese Läufer an uns vorbei waren. Dazu machten wir eine kleine Gasse, damit die 7,5-km-Läufer uns passieren konnten. Nun konnten auch wir beginnen. Ich stellte mich lieber gleich etwas weiter nach hinten, um die schnellen „Hirsche“ nicht zu behindern.

Kurz nachdem wir das Zieltor das erste Mal durchlaufen hatten , schloss Lambert vom HSV Neubrandenburg auf mich auf. Die ersten drei Runden liefen wir gemeinsam im 5-er Schnitt durch den Kulturpark, bis ich dann das erste Mal einen Becher Wasser zu mir nahm. Währenddessen lief Lambert weiter und schloss auf die vor ihm Laufenden auf. Ich dagegen fiel ich nun etwas ab. Ich merkte langsam, dass ich dieses Tempo heute nicht durchhalten könnte. Neben dem Muskelkater kam nun auch noch die ungewohnte Wärme mit ins Spiel. Nach dem langen Winter war ich darauf noch nicht so richtig eingestellt und kam damit heute überhaupt nicht klar. Meine Motivation sank langsam von Runde zu Runde.

Irgendwann schaltete ich nach Runde 5 in den “Sparmodus”: Hauptsache ankommen und lief die nächsten Runden in meinem Marathonrenntempo um die 5:40 min/km. So kann ich normalerweise, aber eben nur normalerweise, eine ganze Weile durchlaufen…
Nach jeder weiteren Runde nahm ich mir nun die Zeit für einen Schluck Wasser, dann ging es weiter auf die nächste Runde. Horst versuchte mich an der Strecke noch etwas aufzumuntern: “Fred, wie viele Runden hast du noch???” Ich antwortete ihm: “Noch drei!”

Die ersten waren bereits im Ziel und ich hatte ich noch gute fünf KIlometer zu laufen. Irgendwie nahm die Strecke heute gar kein Ende…
Auf den Wegen waren einige Sonntagsspaziergänger, Skater und Radfahrer unterwegs, die mehr oder weniger verwundert schauten, was die “Laufverrückten” bei der Wärme hier wohl so treiben.

Nach der neunten Runde lag ich als Durchgangszeit bei 1:43 h, also in etwa der von mir ursprünglich beim Pacepropheten avisierten Zeit 1:45:10 h. Ich hatte mich im Überschwang also mächtig mit meinem superoptimistischen Tipp verkalkuliert!
Auf den letzten Metern zog ich meinen nunmehrigen Schlurfschritt nochmal etwas an und kam nach 1:57:53 h ins Ziel! Ein kleiner Trost war es für mich, dass es einigen Mitstreitern offensichtliche ähnlich ergangen ist, denn geteiltes Leid ist halbes Leid…

Im Nachhinein kann ich also nur davor warnen, mit einem frischen Muskelkater einen Wettkampf zu bestreiten. Aber jeder muss (oder will???) natürlich seine eigenen Erfahrungen sammeln.

Gerlind hatte es besser gemacht als ich, lief ein gleichmäßiges Rennen und kam nach 1:49:46 h als Gesamtfünfte und Dritte ihrer AK ins Ziel!
Sieger gab es natürlich auch. Bei den Damen siegte Annekatrin Litzenberg (Trifun Güstrow und ex Post Telekom Schwerin) in 1:26:07 h und hatte für sich damit auch einen neue PB erreicht. Gratulation! Zweite wurde Ute Mrotzek (SV Turbine Neubrandenburg) in 1:43:47 h und Dritte Andrea Hellmann (HSV Neubrandenburg) in 1:47:40 h.

Auch bei den Herren gewann ein Sportler vom Trifun Güstrow, Stephan_ Trettin. Er kam in 1:16:42 h als Erster ins Ziel. Dahinter folgten Danny Thewes (TSG Wittenburg) in 1:19:30 h und Niels Schmiedeberg (Trifun Güstrow) 1:20:51 h.

Ergebnisse: hier klicken!

 

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