11. Rostocker Marathonnacht am 03.08.2013

Veröffentlicht am von 2 Kommentare

img_8133
Link zur Bildergalerie

Für einen Rostocker Läufer ist die Marathonnacht eigentlich schon fast ein Muss. Roland und ich wollten in diesem Jahr wiederum „nur“ den halben Marathon in Angriff nehmen. Die Strecke ist nicht einfach und keineswegs bestzeitentauglich. Jana und Matze waren anderweit unterwegs zu einer Geburtstagsfeier, waren also verhindert.

Mit Maik von den “Socken-Wellen”, der gerade mit Familie einige Tage an der Ostsee Urlaub macht und der ebenfalls den „Halben“ absolvieren wollte, hatten wir uns beim Start in Krummendorf verabredet. Mal sehen, wen wir außerdem noch an bekannten Gesichtern sehen würden…

Seit dem legendären Unwetterlauf von 2011 denkt man bei der Marathonnacht unweigerlich an stundenlang anhaltende Regenschauer, an meterhoch überschwemmte Straßen in Gehlsdorf, an am ganzen Himmel zuckende Blitze und an lautes Donnergrollen.  So etwas vergisst man nicht! Das wird sicher jedem so gehen, der bei diesem Lauf dabei war.

Am Freitagabend holte ich die Startunterlagen und die bestellten Shirts für Roland und mich im Rathaus ab. Vor dem Rathaus herrschte ein reges Treiben, denn es wurde bereits alles für die Marathonnacht (Bühne und Start/Ziel ) hergerichtet. Im Foyer des Rathauses befanden sich ganz hinten Tische, hinter denen Helfer die Startunterlagen und Shirts ausgaben, links standen ein paar Info-Tafeln. Das war es dann auch, mehr war nicht. Im letzten Jahr sah es ähnlich aus. Marathonmesse, wie es eigentlich bei jedem halbwegs größeren Marathon üblich ist, Fehlanzeige! Bis vor zwei Jahren gab es zumindest ein paar Verkaufsstände…

Das Wetter sah noch gut aus, noch… Die Wettervorhersage jedoch stellte für den morgigen Samstagabend Gewitter in Aussicht… Stand uns etwa ein Déjà-vu-Erlebnis á la 2011 ins Haus?

Kurz nach 16 Uhr machten wir uns auf in die City: Gudrun per Fahrrad, Roland und ich per Straßenbahn  (mit Gudruns Jahreskarte). Ein kleiner Steppke, der ebenfalls in der Bahn saß, schaute auf unsere Startnummern an den Laufshirts und fragte uns mit einem vorwursfvollen Blick, ob wie schummeln würden 😉 .  Irgendwie niedlich der Kleine! Wir erklärten ihm, dass wir Halbmarathon  laufen, der Start um 20 Uhr erfolgt und wir jetzt erst einmal zum Start hinfahren. Für ihn und seine schmunzelnde Mutter waren die 21 zu laufenden Kilometer eine unvorstellbare Distanz.

Bei einigen Marathons ist die Startnummer gleichzeitig Fahrkarte für den Nahverkehr. Für Rostock wäre das eigentlich auch eine überlegenswerte Idee.

Am Neuen Markt angekommen sahen wir dann auch schon Gudrun sowie einige Lauffreunde. 17.45 Uhr und 18.00 Uhr fuhren zwei Fähren vom Stadthafen zum Fähranleger  „Oldendorf“. Es wurde also allerhöchste Zeit, uns in Richtung Stadthafen zu begeben. So bekamen wir leider nicht den Start der Marathonis, der um 18.00 Uhr am Neuen Markt erfolgte, nicht mit.

Meinen Chip, den ich im letzten Jahr zunächst zu Hause vergessen hatte und dessentwegen ich nochmals zurück musste, hatte ich heute dabei.  Die Fährüberfahrt nach Krummendorf hatte ich deswegen damals leider verpasst. Diese kleine Schiffspassage gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten ist immer ein besonderes Highlight der Marathonnacht, lässt man sich ungern entgehen.

Nach der fast halbstündigen Fahrt auf der Warnow wanderte unser Pulk von Halbmarathonis und Staffelläufern zur Mautstelle des Warnowtunnels, wo unser Start erfolgen sollte. Auch hier gab es wieder Gelegenheit, mit dem einen und anderen Bekannten zu plauschen. In Krummendorf stand dann auch schon der LKW für den Rücktransport der Gepäcktaschen bereit.

Am Himmel braute sich bei den bulligen Temperaturen um die 30 Grad bereits etwas zusammen. Lag die Wettervorhersage mit den angesagten Hitzegewittern richtig? Ändern könnten wir das Wetter sowieso nicht, egal wie es kommen sollte… Noch war allerdings eine knappe Stunde Zeit für die persönliche Vorbereitung. Die ersten Marathonis, allen voran Paul Schmidt, und Staffelläufer hatten jetzt schon die Mautstelle erreicht. Für alle gab es natürlich einen Riesenjubel!

Nach und nach trafen wir nun so einige Lauffreunde. Gerlind und ihr Mann waren wieder für den SV Warnemünde dabei. Maik und Christine von den “Socken-Wellen”  hatten wir 30 Minuten vor dem Start entdeckt.

Jeder bereitete sich die letzten Minuten vor dem Start individuell vor. Auch ich wollte nun meinen GPS-Sensor aktivieren. Wo war der denn? Weg? Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Ich hatte den Sensor noch zum Laden an den Computer angeschlossen und dort auch lassen, einfach in der üblichen Aufbruchshektik vergessen! Naja, das fing schon mal „gut“ an!!!  Irgendetwas ist doch immer…

Kurz vor dem Start fielen die ersten Regentropfen vom Himmel und viele Läufer, so auch ich, suchten ein rettendes Dach über den Kopf. Glücklicherweise gab es zwischen den aufgebauten Containern am Verpflegungspunkt überdachte Bereiche. Hier standen wir nun einige Minuten wie die Sardinen in der Dose 😉 .

Doch langsam wurde es trotz des Regens Zeit in Richtung Mautstelle zu gehen. Diese Idee schienen alle gleichzeitig zu haben und so trabte dann eine große Läuferschar im Gleichschritt los. Kaum am Start angekommen, es war kurz vor 20 Uhr, öffnete der Himmel dann endgültig seine Schleusen. Irgendwie hatte es 2011 doch auch so angefangen??? Da nun alle im Regen standen, wurde der Lauf durch den Veranstalter bereits einige Sekunden vor den offiziellen Termin der heruntergezählt, um uns die Flucht in den Tunnel zu ermöglichen.

Der Pulk setzte sich allmählich in Bewegung. Roland startete kurz hinter mir, denn er meinte, es gäbe ja Brutto- und Nettozeiten.

Zunächst ging es abwärts in den Tunnel hinein,  eine Röhre war extra für uns Läufer gesperrt. Bergablauf liegt mir ganz gut 😉 . Etwa mittig der Röhre merkte ich dann (erwartungsgemäß) doch: es geht wieder aufwärts 🙁 .  Irgendwo musste Gudrun doch bald zu sehen sein. Wir hatten uns vorher nicht ausgemacht, ob sie links oder rechts stehen würde. So lief ich ziemlich mittig und schaute mal nach links oder rechts, dorthin wo künstliche Blitze aufzuckten 😉 .  Fas am Ende des Tunnels sah ich sie dann auf der rechten Seite und trabte dann auch in ihre Richtung. Schließlich wollte ich aufs Foto!

Bis zum IGA-Park ging es ersteinmal stetig bergauf! Das Positive daran war, dass dieser Anstieg gleich am Anfang des Rennens zu bewältigen war, wenn man relativ gut bei Kräften ist. Zum Schluss des Laufes, wenn man dann schon ausgelaugt ist, wäre es bestimmt wesentlich härter gewesen.

Da meine Laufuhr mangels GPS-Sensor nur Puls und Laufzeit messen konnte, lief ich also nach Gefühl, was letztendlich eher meinem etwas ambitionierteren „Wohlfühltempo” entsprach.

Auf der Runde durch den IGA-Park konnte ich noch den einen und anderen vor mir Laufenden überholen. Jürgen, mit dem ich noch vor dem Start geplauscht und der eine Zeit von um die zwei Stunden im Visier hatte, sah ich auf meinem Weg zurück in Richtung Tunnel gute 200 Meter vor mir. Ich hatte ein gutes Gefühl, dass ich mich noch etwas an ihn herankämpfen könnte.

Im Tunnel kamen uns die letzten Marathonis, gefolgt von einem Sankra als Besenwagen, entgegen. Gänsehaut pur über den Jubel der “Halbis” gegenüber den letzten Marathonis 🙂 !

Ausgangs des Tunnels sah ich Gudrun wieder. Sie erwischte mich gerade mit der Kamera bei der Verköstigung eines Bananenstücks. Auf eigene Verpflegungsgels hatte ich heute verzichtet.

Bei km 8 bemerkte ich meinen offenen rechten Schnürsenkel, an dem sich auch mein Transponder befand. Das hieß es anhalten und bücken, um den Knoten neu zu binden. Dies kostete in der Endabrechnung natürlich etliche Sekunden. So etwas passiert mir sonst nicht, da ich immer einen Doppelknoten binde. Allerdings denke ich, dass durch den evtl. auf den Knoten drückenden Transponder sich der Knoten irgendwann selbst geöffnet hat.

Was mir allerdings gegenüber den letzten Jahren positiv auffiel, das waren die zahlreichen und gut bestückten Versorgungspunkte. Durch die starken Regenschauer hatte sich die Luft mittlerweile etwas abgekühlt und es lief sich recht erträglich. Die Luft war nun eher subtropischer Natur, feuchtwarm, ähnlich der Karibik.

Bei km 10 schaute ich auf meine Uhr und sah meine Durchgangszeit:- 55 Minuten. Jetzt klingelten bei mir die Alarmglocken! Mit dieser Durchgangszeit würde ich Probleme haben, überhaupt unter zwei Stunden ins Ziel zu kommen, denn die zweite Hälfte war bei mir noch nie schneller als die erste. Aber dann dachte ich: „Sei es wie es sei, Hauptsache gesund und munter im Ziel ankommen!“.  Schließlich hatte ich ja schon einen “Hitzearbeitstag” in den häuslichen Gefilden hinter mir gebracht (sind gerade beim Renovieren).

Schön wurde es immer dann, wenn Anlieger an der Straße standen oder saßen und die Läufer lautstark anfeuerten. Oft waren insbesondere die Kinder total begeistert und wollten unbedingt abgeklatscht werden. So war es insbesondere in Langenort und in Gehlsdorf, hier vor allem die Pressentin- und die Fährstraße.

Ein großes Dankeschön an alle, die an der Strecke gestanden haben und die Läufer zusätzlich motivierten 🙂 !

In Gehlsdorf hinter dem Fährhaus hatten wir Läufer einen ganz tollen Blick auf die abendliche Silhouette der Altstadt von Rostock. Ich genoss einfach den Anblick und mir war es relativ egal, wenn mich nun einige Mitstreiter überholten.

Kilometer 17 war erreicht und ich bekam jetzt auch langsam die ersten “Verschleißerscheinungen” zu spüren. Daher schaltete ich nun auf mein persönliches “Schneckentempo” um 😉 .

Am Dierkower Damm gab es dann noch einen Versorgungspunkt und ich fand den Kurzdialog einer Helferin und eines Mitstreiters interessant:

Sie : “… und das alles ehrenamtlich!”

Er : “Danke für euren Einsatz!!!”

Ich hob dann kurz zu ihm den Daumen hoch 😉 !

Fast geschafft  jetzt geschafft, nur noch „schlappe“ vier Kilometer. Doch langsam wurden mir die Beine richtig schwer. Ich dachte nur: „Berlin-Marathon, das kann ja noch heiter werden!!!“

Auf den letzten Kilometern wurde ich nun so richtig eingesammelt, gefühlt lief ich wohl so einen 7er Schnitt. Ich wollte nur noch ins Ziel kommen und das schaffte ich dann doch noch recht gut, allerdings erst nach einer mittelprächtigen Bruttozeit von 2:06:01 h  (netto 2:05:22 h). Mit dieser Zeit war ich zwar nicht sonderlich glücklich. Doch was soll´s: Nach dem Lauf ist vor dem Lauf!

Vielleicht werde ich nun doch die für mich nahezu wöchentlichen Wettkämpfe zugunsten eines besseren Trainings verlagern. Zumindest die Idee und die Vorsätze sind da 😉 .

Direkt am Ziel entdeckte ich auch schon Maik und Christine, die schon seit geraumer Zeit am Ziel ausgeharrt hatten. Auch von Gerlind und Reinhard wurde ich begrüßt. Danach wurde half ich mir erst mal das halbe Sortiment an Hella-Getränken “hinter die Binde” und kompensierte so meinen durch den Lauf und das warme Wetter bedingten Flüssigkeitsverlust. Ich war ganz schön durstig!

Bei der Gepäckrückgabe unter den Arkaden der Post sah ich Roland, der mir auch ziemlich geschafft schien. Roland war bereits eine Weile auf der Suche nach mir gewesen und hatte, da auch er langsamer als geplant unterwegs gewesen war,  letztendlich schon befürchtet, dass ich ihn noch kurz vor dem Ziel überholen würde. 2010 hatte ich das schon einmal geschafft J . Aber mit 1:51:23 h (netto) war Roland schon lange vor mir im Ziel gewesen.

Gemeinsam mit Maik schauten wir kurz ins Rathaus, um unsere Urkunden ausdrucken zu lassen. Allerdings gaben wir dieses Unterfangen schnell auf, denn die Schlange war lang und außerdem brauchten Roland und ich nach den ganzen Getränken eher ein WC. Dies fanden wir recht schnell und mit nahezu fürstlicher Ausstattung. Als Läufer ist man von anderen Veranstaltungen nicht immer unbedingt verwöhnt (ihr wisst, was ich meine!), aber dies war dann wirklich im positiven Sinne Spitze!

Gudrun fanden wir dann natürlich dort, wo es blitzte, auch wieder. Unsere Straßenbahn war gerade weg, eine gute halbe Stunde später würde erst die nächste fahren. Da kam uns das Angebot von Maik und Christine gerade recht, dass sie uns mit ihrem Auto nach Hause bringen wollten 🙂 .

Ein sehr ereignisreicher Tag lang hinter uns. Neben der neuen Rekordbeteiligung hatte die Marathonnacht auch einige Streckenbestzeiten, trotz der nicht gerade günstigen Wetterbedingungen, zu verzeichnen.  (siehe Ergebnisse!)

Es war, trotz einiger vorhandener Verbesserungsreserven, insgesamt betrachtet  eine gute Veranstaltung für Rostock. Ich werde sicherlich „Wiederholungstäter“ 🙂  .

Ergebnisse: hier klicken!

2 Kommentare zu “11. Rostocker Marathonnacht am 03.08.2013

  1. als Vorbereitung zum Berlin-Marathon ist die Zeit doch ausreichend und dann noch bei diesen Wetterbedingungen .Gratulation Euch beiden.

  2. Einige erste Bilder sind zu sehen unter:

    http://reutershagen.de/marathon/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.