3. Krakower Mittsommernachtslauf am 19.06.2010

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Hier das Video zum Lauf:

und hier Impressionen am Rande der Veranstaltung sowie einige der Siegerehrungen:

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Um ins „Land der tausend Seen“  zu kommen, muss man nicht extra nach Finnland reisen. Mit der Mecklenburgischen Seenplatte ist unser Bundesland mit Seen bestens ausgestattet. Und was das Schönste ist, mittlerweile gibt es viele Läufe die, durch die wunderschöne Natur entlang der zahlreichen Seen führt.

Nachdem wir an den vergangenen Wochenenden bereits an den Ufern von  Insel- und Tollensesee gelaufen waren, stand am gestrigen Samstag, 19.06.2010, mit dem „3. Krakower Mittsommernachtslauf“ die Umrundung des Krakower Sees auf dem Plan, insgesamt 30 km. Gudruns Kollege Lars, der letztes Jahr in Krakow den zweiten Platz belegte, hat uns auf diesen Lauf aufmerksam gemacht. Die schöne Streckenführung um den See durch den Naturpark „Nossentiner/Schwinzer Heide“ und die Tatsache, noch nie 30 km „am Stück“ gelaufen zu sein, ließen mich nicht lange zögern mich für diesen Lauf zu entscheiden.

Jana und Matze waren von der Idee, am Wochenende einen 30er zu laufen, ebenfalls angetan. Für beide war es so eine Art Generalprobe für den Schweriner 5-Seen-Lauf in zwei Wochen, wo sie beide ebenfalls über die Distanz 30 km starten wollen. Also der nächste Lauf am See entlang ;- )))

Gudrun und ich machten uns gegen 15.00 Uhr in Rostock los und „sammelten“  unterwegs Gerlind, Jana und Matze ein. Bis zum Luftkurort Krakow am See sind es über die A 19 und einige Kilometer Landes- und Bundesstraßen eine gute Stunde Fahrt. Das Wetter war zunächst etwas durchwachsen, Sonne und Wolken wechselten sich ab und auch einige Tropfen fielen auf die Windschutzscheibe.

Janas Start war zunächst noch fraglich, da sie letzten Dienstag beim Training in den Barnstorfer Anlagen von einem Labrador, der an diesem Tag auch noch seine 5. Geburtstag „feierte“, in den Po gebissen wurde :-(. Und ausgerechtet von der Hunderasse, die Jana so sehr mag…

In Krakow hatten wir noch ausreichend Zeit für Anmeldung, Umkleiden und sonstige Vorbereitungen. Das schicke orange Funktionsshirt, welches es bei der Anmeldung gab, zog ich mir gleich an. Die Videokamera wurde diesmal sicherheitshalber, falls es doch wider Erwarten etwas regnen sollte, im Unterwassergehäuse verstaut und dann, wie neuerdings üblich, am Gepäckträger von Gudruns Fahrrad mittels Gorilla-Pod festgemacht. Noch ein letzter Test der Technik und dann ging es zum Zielbereich. Der Start sollte 18 Uhr erfolgen.

Diesmal war auch mein ehemaliger Kommilitone Edge-Bert wieder dabei :- )) Seine Frau war an diesem Tag in Sternberg und nahm an einem Drachenbootrennen teil. (s. auch http://www.drachenbootfestival.de/index.php?id=1). Also auch eine sehr sportliche Familie!

Im Start-Ziel-Bereich wurde durch einen DJ schon für Musik gesorgt und ein Moderator begrüßte alle Neuankömmlinge mit Informationen zum Lauf und zu Krakow am See. Marita Meier-Koch, deren Weltrekord über die 400m aus dem Jahre 1985 auch heute noch besteht, gab das Startsignal per Countdown und alle zählten mit…. Jetzt ging’s los…

Wie bei den Läufen in Güstrow (20 km) und Neubrandenburg (HM) in den letzten Wochen versuchte ich den Lauf nicht so schnell anzugehen und ordnete mich zunächst mit Edge-Bert am Ende des Läuferfeldes ein. Allerdings hielt es mich hier nicht sehr lange und ich ließ mich doch von meinem   „Wohlfühltempo“  leiten.

Der Rundkurs führte von Krakow aus im Uhrzeigersinn durch Feld und Wald um den See herum. Bereits nach 3 km erwartete die Läufer eine Trommlergruppe. Nach dem letzten  Läufer, es war hier der fast 80-jährige Rudi Senkpiel,  verstaute die muntere Truppe  ihre Trommeln im Auto  und ab ging es  zur nächsten Station. So konnte diese Trommlergruppe während des Laufs an verschiedenen Standorten immer wieder für Stimmung sorgen.

Die Verpflegung war auf der Strecke gut organisiert. Alle 5 km gab es Stände mit Wasser und an einigen Stellen auch Bananen und Äpfel sowie Cola. Ich für meinen Teil hatte sicherheitshalber meine eigene „Notversorgung“ (man weiß ja nie…), bestehend aus einem Riegel und zwei Gels und vier kleinen Trinkfläschen mit Basica dabei ;- )).

Nachdem sich das Feld einigermaßen sortiert hatte, konnte ich auf den ersten 8 km Jana in ihrem orangen Laufshirt noch gut ausmachen. Allerdings wurde ihr Abstand immer größer…

Die Strecke ging laut Veranstalter zu 70% über Asphalt und 30% über Wald- und Feldwege. Über lange Strecken war der Krakower See auf der rechten Seite gut zu erkennen. In den kleinen Örtchen und Siedlungen entlang der Strecke standen immer wieder Leute, die den Läufern zujubelten.

Das Wetter war jetzt ideal zum Laufen. Es gab Natur pur, Sonne, Wind, Waldluft… einfach herrlich!

So vergingen die Kilometer wie im Fluge. Nebenbei hatte ich noch Musik mit dem richtigen Drive von der „Letzten Instanz“ und die „Apokalyptischen Reiter“ auf meinem „Shuffle“. Was will man also mehr?

Gudrun hatte auch alle Hände voll zu tun. Ein neues Objektiv, lichtstark und mit mehr Weitwinkel, hatte seine Bewährungsprobe zu bestehen (Frau braucht eben auch ihr Spielzeug…). Nebenbei galt es noch die Videokamera zu bedienen…

Bei km 12 habe ich dann das erste Gel mit einem Schluck Basica zum „nachspülen“ eingenommen. Die Prozedur sorgt für etwas Ablenkung von der Anstrengung des Laufens und ich habe tatsächlich den Eindruck, kurz danach wieder etwas frischer zu sein. So vergingen auch die folgenden Kilometer 12 – 19 km durch den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide recht flott und ohne Probleme.

Einzelne Querungen von Bundesstraßen wurden von Polizei und Freiwilliger Feuerwehr bestens gesichert.  Die letzten 10 km bis kurz vor Krakow führten durch den Wald. Jetzt schien die rechte Zeit gekommen, mir das zweite Gel (mit Koffein) einzuflößen. Bei km 22 ging es im Wald scharf rechts mit Kurs auf Krakow :-).

Der folgende ansteigende Streckenabschnitt im Wald war recht sandig, so dass ich versuchte am Rande auf der Grasnarbe zu laufen, was durch die Büsche wiederum auch nicht so einfach war. Da ich noch recht konstant mein Tempo hielt, konnte mich nach und nach an die vor mir laufenden (anscheinend langsam werdenden) Läufer heranarbeiten.

Ein Läufer hatte seiner Gestik nach mit Wadenkrämpfen zu kämpfen. Jetzt war meine Frische trotz Gel  ebenfalls  so langsam dahin und ich dachte: „Versuch doch mal den kleinen Riegel, der letztens an der „Runners World“ klebte“. Dies war allerdings nicht so das Richtige, da der zähe und stark klebende Riegel schon nach dem ersten Bissen den ganzen Mund verklebte. Ich bekam das Zeugs einfach nicht herunter. Also einen Griff nach hinten zu den Trinkfläschchen um nachzuspülen.

Beim Grabbeln nach dem Trinkfläschchen dann das nächste Malheur. Durch die ungewohnte Armverrenkung bekam ich jetzt eine Verkrampfung des linken Arms bis zur Schulter hin. Äußerst unangenehm! Glücklicherweise löste sich die Verkrampfung relativ schnell :- )). Allerdings vermied ich jetzt jegliche weitere Armverrenkungen und wartete lieber  bis zum nächsten Versorgungspunkt, der drei Kilometer vor Krakow kam, mit dem Nachspülen des Energy-Riegels.

In Krakow standen an allen neuralgischen und potentiell zum Verlaufen einladenden Ecken freundliche Ordnerinnen, die die Richtung wiesen und gleichzeitig die Läufer anfeuerten.   Jetzt war’s gleich geschafft. Im Stadtpark am See machten die Trommler lautstark Stimmung und Passanten jubelten uns zu. Und selbst hier, nur noch einen Kilometer vom Ziel entfernt, gab es noch  einen Getränkepunkt.

Das Läuferfeld war mittlerweile stark auseinandergezogen. Mit großen Überholmanövern auf dem letzten Kilometer war daher nicht mehr zu rechnen. Jetzt noch die Straße hoch zur B103 und dann nur noch wenige Meter bis ins Ziel.  Jetzt noch bis ins Zieltor und den am Arm befestigten Transponderchip an den Empfänger gehalten – geschafft! Meinen ersten Lauf über 30 km habe ich in einer Zeit von 2:43:32 absolviert! Und ich fühlte mich (den Umständen entsprechend) noch gut!

Im Ziel gab’s gleich die Finishermedaille und ein Foto (+ Kuss) von Gudrun :- )). Nun konnte ich endlich den Rest des Riegels in Ruhe mit Wasser herunter spülen. Wie mir Gerlind im Nachhinein sagte, sollte man den Riegel auch besser vor dem Lauf nehmen, da sich dessen Wirkung  erst nach einiger Zeit einstellt und er während des Laufens nicht so einfach einzunehmen ist ;-). Jetzt bin ich auch schlauer!

Jana, Matze und Gerlind waren, wie erwartet, vor mir ins Ziel gekommen und beglückwünschten mich zum erfolgreichen Lauf. Langsam kam ich zur Ruhe und  im durchgeschwitzten Shirt wurde es mir mittlerweile recht frisch. Also besser gleich duschen und umziehen! Die Duschen waren von der Feuerwehr als Duschzelt aufgebaut   und hatten richtig heißes Wasser :- ))! Die Wärme tat richtig gut und lockerte die Muskulatur etwas auf. Wer wollte, konnte sich auch in das Massagezelt begeben.

Im Startpreis inklusive waren neben dem zum Beginn erhaltenen Shirt auch ein Getränk und ein Nudelgericht.  Da der letzte Läufer, der fast 80-jährige Rudi Senkpiel, erst spät erwartet wurde, war auch die Siegerehrung erst auf 23.00 Uhr angesetzt worden.

Diese Zeit galt es jetzt auszuharren, denn sowohl Matze als Gesamtsieger und Altersklassensieger (M30) sowie Jana als Gesamtzweite und Altersklassensiegerin (M20) mussten ja  noch auf’s Treppchen ;- )). Matze hatte neben seinem Sieg auch einen neuen Streckenrekord von 1:54 h aufgestellt! Bereits  22.45 Uhr, also eine Viertelstunde früher als geplant, begann die Siegerehrung, da Rudi Senkpiel die erwartete Zielzeit von 5 Stunden mit 4:36 h deutlich unterbot.

Die Trophäen waren aus echten geschliffenen, massiven Granitplatten gefertigt. Davon konnten Jana und Matze insgesamt vier Stück mit nach Hause nehmen! Auch für Gerlind war der Lauf ein voller Erfolg, da sie den zweiten Platz in ihrer Altersklasse errang.

Für mich waren die 30 Kilometer eine neue Erfahrung, die durch die schöne Strecke und durch die Top-Organisation gar nicht soooo schlimm waren. Für meine Marathon-Ambitionen im Herbst jedenfalls schon mal ein kleiner Vorgeschmack…  Aber wie lautete die Erfahrung aus Hamburg: Der Marathon beginnt bei Kilometer 35???

Link zu Garmin: http://connect.garmin.com/activity/37455128

Link zur Ergebnissliste: http://www.redtime.de/ergebnisse/2010/mittsommer2010.pdf

1 Kommentar zu “3. Krakower Mittsommernachtslauf am 19.06.2010

  1. Hallo Gudrun, hallo Fred!
    Vielen Dank für den tollen Bericht, der richtig Appetit aufs Laufen macht (für alle, die es noch nicht tun).
    Ganz herzlichen Dank nochmal fürs Mitnehmen. Dank eurer Hilfe hatte ich ein tolles Lauferlebnis.
    Gerlind

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