26. Wismarer Strandlauf am 27.06.2010

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Hier das Video vom 26. Strandlauf Wismar:

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Nach den letzten drei Wettkampfwochenenden um die Seen in Mecklenburg-Vorpommern wäre ja eigentlich mal eine Pause angesagt. Jana und Matze hielten es jedenfalls so. Eine Woche vor dem Fünf-Seen-Lauf in Schwerin machten beide einen Wochenendtrip nach Schweden. Gudrun und ich waren gestern zu einem runden Geburtstag geladen, den wir nicht verpassen durften,  und kamen so erst ziemlich spät (oder besser gesagt früh)  ins Bett.

Allerdings ließ uns  die Sache mit „Fantomas Achim“ doch nicht ganz in Ruhe. Da Achim ja groß angekündigt hatte, irgendwo am Rande der Republik an den Start zu gehen, wollten wir doch den geplanten „Strandlauf“ in Wismar in Angriff nehmen.  Wenn Achim SEHR GUT im Training stünde und wagemutig ist, wäre dieser Lauf GENAU die richtige Herausforderung für ihn gewesen: ein echter Strandlauf mit einem groooßen Abschnitt Strandsand…

Und so machten wir uns beide nach kurzer Nacht gegen 8.00 Uhr in Richtung Wismar auf. Von Rostock ist man ja mittlerweile durch die A20 nur noch eine gute halbe Stunde bis Wismar unterwegs. Auf der Hinfahrt schwankte ich noch zwischen der 12,9 km Strecke und der ebenfalls angebotenen Halbmarathondistanz. Gudrun überzeugte mich dann doch bei der heutigen Hitze lieber die kurze Distanz zu wählen ;-).

Den Yachthafen im Ortsteil Wendorf haben wir recht schnell auch ohne Einsatz unseres Navi’s gefunden. Im Eingangsbereich war von Weitem das Zieltransparent sowie ein Zelt für die Anmeldung auszumachen. Auf einer Info-Tafel war einiges zur Strecke zu erfahren. Die letzten beiden Sätze lauteten: „ Achtung! Wir sind „Der schönste und schwerste Cross im Norden! Und er wird durch längere Sandabschnitte auch immer schwerer!!“  – Dies ließ ja dann einiges erwarten…

Jetzt aber erst mal Gudruns Klapprad ausgepackt und schnell noch die neuen CEP-Socken und die Laufschuhe angezogen. Allerdings gab es heute unerwartete Probleme mit dem noch recht neuen Klapprad 🙁 .  Als Erstes stellten wir fest, dass das Hinterrad einen totalen Platten hatte. Man denkt „Kein Problem“, denn wir haben ja, umsichtig wie wir sind, natürlich eine Luftpumpe für alle Fälle mit 🙂 . Also schnell den Reifen aufpumpen, doch, oh Schreck, die Luft pfiff irgendwo wieder heraus. Zu allem Übel gab es dann auch noch mit der Lenkradarretierung Schwierigkeiten. Da die Strecke ohnehin schlecht mit dem Rad zu befahren sein sollte (Strandsand, frisch gemähte Wege) haben wir dann doch das Rad schnell wieder eingepackt, so dass Gudrun heute m al ausnahmsweise per pedes unterwegs sein sollte.

Die insgesamt 103 Teilnehmer (Läufer und Walker) machten sich 9:45 Uhr auf den Weg zur Seebrücke, von der die einzelnen Distanzen zeitlich gestaffelt gestartet werden sollten.  Um 10 Uhr kam das Startsignal in Form einer Schiffssirene für die Halbmarathonis. Derweil unterhielt ich mich mit Frank aus unserem Sportklub Post Telekom Schwerin, den ich zunächst gar nicht erkannt hatte, über „Pleiten, Pech und Pannen“, die so beim Laufen passieren können.

Der nächste Start galt den 3,6-km-Läufern und 10:10 Uhr ertönte dann auch für uns die Schiffssirene und das überschaubare Läuferfeld machte sich auf den Weg über die 240 Meter lange Seebrücke. Am Brückenkopf hatte sich derweil Gudrun mit Foto – und Videokamera in „Stellung“ gebracht um den Lauf über die Seebrücke festzuhalten.

Zu meinem Erstaunen bestanden die ersten zwei Kilometer im schattigen Küstenwald aus einem frisch angelegten asphaltierten Rad- und Wanderweg. Hier kamen uns dann auch schon Läufer entgegen. Es waren die Starter über die kurze Distanz (3,6 km), die ihre Wende bereits hinter sich gelassen hatten.

Im Örtchen Hoben verließen wir dann in Richtung Strand den schönen neuen Weg. Der jetzt folgende Abschnitt hatte es dann ganz schön in sich. Wie die Sportfreunde von „Schiffahrt/Hafen Wismar“ zuvor versicherten, wurde der Weg die letzten Tage mehrfach gemäht, um das Geläuf überhaupt erst zugänglich zu machen. Streckenweise ging es hier einen schmalen Trampelpfad zwischen Koppeln und der Strandböschung entlang. Ein Überholen war hier praktisch unmöglich, da mir die Gefahr, zu stolpern und im Stacheldraht der Koppel zu landen, recht hoch erschien.

Nach ca. 15 Minuten nutzte ich dann eine kurze Chance zum Überholen. Nun konnte ich endlich wieder mein eigenes Tempo laufen. Jetzt wurde es allerdings richtig haarig: es ging an den Strand, einem Strand mit viieel Strandsand! Ich versuchte zunächst, in der Spur des ca. 200 m vor mir Laufenden zu bleiben. Direkt durch den feinen Sand wollte ich nicht und so lief ich über den steinigen Abschnitt an der Wasserlinie. Zu dicht am Wasser ging dann auch nicht, da hier relativ viel rutschiger Seetang lag.

Am Strand war natürlich auch schon einiges an Urlaubern unterwegs, die sich entweder einfach nur sonnten oder auch schon mal die Füße ins Wasser steckten. Einige schauten auch etwas verwundert auf die „verrückten“ Läufer, die statt in der Sonne zu dösen lieber in der Affenhitze den Strand entlang flitzten…

Nach einem guten Kilometer war dann der Strandabschnitt „gegessen“ und ich konnte geradeso noch  von weitem den vor mir Laufenden abbiegen sehen. Das verhinderte, dass ich nicht versehentlich den Strand noch weiter geradeaus entlang düste.

Bei Kilometer 7 ging es am Campingplatz in Zierow vorbei durch einen durch Bäumen vor der Sonne geschützten Abschnitt. Allerdings hatte ich jetzt den Läufer vor mir endgültig aus den Augen verloren. Auf „gut Glück“ bin ich einfach weiter geradeaus gelaufen. So richtig sicher war ich mir allerdings nicht, dass ich noch auf der richtigen Strecke war…

Doch, ich war, denn von weitem konnte ich jetzt den Verpflegungspunkt ausmachen :- )! Der Helfer streckte mir schon den Becher Wasser entgegen und heute trank ich den Becher sogar in aller Ruhe leer. (Gudrun hatte mich davon überzeugt, den Trinkgurt bei dieser „kleinen Strecke“ doch lieber im Auto zu lassen, es wäre nur unnötiger Ballast. Allerdings hatte ich bei der Hitze zwischenzeitlich den Gurt herbeigesehnt…)  Ich erkundigte mich am Stand gleich nach dem weiteren Streckenverlauf, der weiter durch Zierow führte. Anhand kleiner Pfeile auf dem Asphalt war hier aber auch die Strecke eindeutig gekennzeichnet.

Bei km 9 in Höhe Fliemstorf ging es wieder scharf links einen recht ausgefahrenen Feldweg entlang zurück in Richtung Küste. Jetzt wieder einen scharfen Rechtsschwenk und den bereits bekannten Streckenabschnitt zurück 🙂 . Nochmal den schmalen Trampelpfad entlang der Koppeln und endlich wieder auf den schönen neuen Rad- und Wanderweg.

Gudrun, die fleißig fotografierte, habe ich dann unweit der Seebrücke wiedergesehen. Trotz der schwierigen Strecke und der Hitze fühlte ich mich noch recht fit für die letzten Meter bis zum Ziel im Yachthafen. Hier wurde ich dann bei meinem Eintreffen namentlich angekündigt und zur Leistung beglückwünscht. Nach 1:08:04 h hatte ich es geschafft. Kurz danach kam auch Gudrun angeflitzt und machte ein „Kurzinterview“ mit mir.

Jetzt noch duschen, umziehen und die Siegerehrung abwarten. Ich kam auf den 6.Platz der AK-Wertung. Den letzten Platz in meiner AK belegte mein Vereinskamerad Frank, der sich  verlaufen und somit einen vorderen Platz verschenkt hatte 🙁 .

Allerdings konnten wir „Fantomas-Achim“ nicht entdecken – sind aber noch bei der Videoanalyse bei! Wir nehmen an, dass er das Rennen nicht erfolgreich beendet und sich deshalb nicht geoutet hat 🙂 . Es ist eben doch der schönste und, vor allem, schwerste Cross im Norden…

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Kategorie: Allgemein | Tags: ,

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