{"id":16312,"date":"2014-08-02T23:37:29","date_gmt":"2014-08-02T21:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sprintefix.de\/?p=16312"},"modified":"2014-08-04T06:53:08","modified_gmt":"2014-08-04T04:53:08","slug":"urlaub-in-der-schweiz-und-swissalpine-marathon-am-26-07-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sprintefix.de\/?p=16312","title":{"rendered":"Urlaub in der Schweiz und Swissalpine-Marathon am 26.07.2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" src=\"http:\/\/www.sprintefix.de\/wp-content\/gallery\/2014-07-26-swissalpine-davos\/DSC07463.JPG\" alt=\"DSC07463\" width=\"506\" height=\"337\" \/><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sprintefix.de\/index.php\/nggallery\/galleries\/2014-07-26-swissalpine-davos?page_id=5825\" target=\"_blank\">Link zur Bildergalerie<\/a><br \/>\nMicha hatte mir schon viel vom Swissalpine in Davos vorgeschw\u00e4rmt. Ich und Berglauf? Der K30 sollte, so Micha, mehr bergab als bergan gehen und somit f\u00fcr mich als ausgesprochenen Flachl\u00e4ndler ohne Bergerfahrung gut machbar sein. \u201eNur\u201c 415 H\u00f6henmeter sollten es laut Ausschreibung sein und daf\u00fcr 1.100 m bergab gehen. Das \u00fcberzeugte mich und so meldeten wir uns beide f\u00fcr den K30, der von Davos nach Filisur f\u00fchrt, an. Halbmarathon (C21), Marathon (C42, K42) oder Ultralauf (K78) w\u00e4re \u00fcbrigens auch m\u00f6glich gewesen.<!--more--><\/p>\n<p>Am Donnerstag fuhren wir zun\u00e4chst mit der Bahn nach Stuttgart. Damit begann dann auch gleich unser Abenteuer. Schon ab Hamburg schien unser ICE irgendwelche technischen Probleme zu haben, zweimal gab es einen unplanm\u00e4\u00dfigen Halt auf der Strecke wegen \u201etechnischer \u00dcberpr\u00fcfungen\u201c. Den Durchsagen war indirekt zu entnehmen, dass der Zug sowieso gleich in die Werkstatt sollte. In Frankfurt\/Main wurden die Fahrg\u00e4ste Richtung Flughafen darauf hingewiesen, dass der ICE heute nicht am Flughafen h\u00e4lt, sondern gleich nach Mannheim durchf\u00e4hrt. Also bitte aussteigen und einen anderen Zug zum Flughafen nehmen. Die Versp\u00e4tung betrug mittlerweile fast eine Stunde. In Mannheim machte der ICE dann endg\u00fcltig schlapp. Es kam eine kurze Durchsage: \u201eUnser Zug endet heute hier. Bitte alle austeigen!\u201c. Eine Stunde sp\u00e4ter fuhr dann der n\u00e4chste Zug nach Stuttgart. Dort warteten bereits Silvia und Micha. Naja, wir hatten mit unserer ICE-Odyssee auch gleich einiges zu berichten\u2026<\/p>\n<p>Freitagfr\u00fch machten wir uns auf in die Schweiz, jetzt aber mit dem Auto. Am Rheinfall bei Schaffhausen legten wir eine Pause ein. Bei herrlichem Sommerwetter wanderten wir vom Parkplatz bis zur Burg \u201eLaufen\u201c , die direkt am Rheinfall liegt. Aufgrund der Niederschl\u00e4ge der letzten Wochen h\u00f6rten wir das m\u00e4chtige Get\u00f6se schon von weitem. F\u00fcnf Schweizer Franken waren f\u00fcr die Besichtigung pro Nase zu berappen. Es lohnte sich jedoch wirklich! So ein tosender Wasserfall ist schon ein imposantes Schauspiel!<\/p>\n<p>Bei unserer weiteren Fahrt kamen immer mehr die \u201erichtigen\u201c Berge, die Alpen, in Sicht. Nat\u00fcrlich waren wir schon m\u00e4chtig gespannt auf Davos und das, was uns die n\u00e4chsten Tage hier erwarten sollte.<\/p>\n<p>Micha, der bereits achtmal den K30 lief, kannte sich nat\u00fcrlich in Davos fast aus wie in seiner Westentasche. Nach unserer Ankunft im Hotel holten wir uns im Kongresszentrum, wo auch die \u201eGipfeltreffen\u201c im Winter stattfinden, unsere Startunterlagen ab. Auf der Marathonmesse, die nicht ganz so gro\u00df wie die in Berlin ist, schauten wir uns nat\u00fcrlich auch um.<\/p>\n<p>Unsere Unterlagen f\u00fcr den K30 hielten wir dann auch recht schnell in den H\u00e4nden. Es war gut, dass ich sicherheitshalber nochmals auf die T-Shirt-Gr\u00f6\u00dfe geschaut hatte: In einer \u201eS\u201c h\u00e4tte ich mich beim besten Willen nicht reinzw\u00e4ngen k\u00f6nnen \ud83d\ude09 .<\/p>\n<p>An einem Stand gab es die M\u00f6glichkeit der Ummeldung auf den K42. Micha war daran ganz interessiert und erkundigte sich nach den Kosten: 30 Franken. Der Preis w\u00e4re f\u00fcr mich nicht das Problem gewesen, allerdings wollte ich mich nicht spontan f\u00fcr die \u201epaar Kilometer mehr\u201c entscheiden. Ich wusste auch nicht, was mich eigentlich schon beim K30 erwarten w\u00fcrde. Der Respekt vor der H\u00f6henmetern war da. So blieb es dann als f\u00fcr uns beide beim K30. In diesem Jahr war der K30 offizielle 32,9 km lang und hatte 515 H\u00f6henmeter, also auch schon mehr als urspr\u00fcnglich gedacht. Mir reichte das auf alle F\u00e4lle f\u00fcr den Anfang.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend fuhren wir mit der Standseilbahn hinauf zur Schatzalp, von der man einen wunderbaren Blick auf die Berge und das im Tale liegende Davos hat. Die Schatzalp liegt 1861 Meter hoch und neben der Gastst\u00e4tte mit dem tollen Blick ins Tal gibt es hier noch f\u00fcr alle Fans von Thomas Mann ein besonderes Schmankerl. Das aus dem \u201eZauberberg\u201c bekannte ehemalige Luxus-Sanatorium, welches jetzt als Hotel genutzt wird, liegt hier.<\/p>\n<p>Unten in Davos herrschte schon eine richtige Volksfeststimmung. Entlang der Hauptstra\u00dfe gab es zahlreiche St\u00e4nde mit lokalen Spezialit\u00e4ten , wie z.B. \u201eSch\u00fcmli-Pfl\u00fcmli\u201c (Kaffee mit Pflaumenlik\u00f6r), \u201eMarathon-M\u00e4nnli\u201c (Pfannkuchen in L\u00e4ufergestalt) oder im lodernden Grillfeuer ger\u00f6stete Fleischspie\u00dfe. Zahlreiche historisch gekleideteLeierkastenm\u00e4nner und -frauen dudelten hier um die Wette. An jeder Ecke waren andere Melodien aus den Leierk\u00e4sten zu h\u00f6ren. Es fand dieser Tage, wie wir sp\u00e4ter lasen, gerade ein Leierkasten-Festival statt.<\/p>\n<p>Uns zog es aber ins \u201eSchneiders\u201c, um dort unsere gemeinsame \u201ePastaparty\u201c bei Pasta und einem \u201eMonsteiner\u201c zu genie\u00dfen. Laut Micha gibt es bei \u201eSchneiders\u201c die beste Pizza und die beste Pasta in ganz Davos. Wir wurden auch wirklich nicht entt\u00e4uscht. Gut ges\u00e4ttigt gingen wir anschlie\u00dfend zufrieden in Richtung Hotel und hofften, dass wir beim morgigen Start um sieben Uhr ein \u00e4hnlich sch\u00f6nes Wetter wie heute haben w\u00fcrden. Es dauerte jedoch nicht lange, dass unsere Hoffnungen zunichte gemacht wurden. Gegen 21 Uhr setzte ein starker Dauerregen mit etwas Donnergrollen ein. So blieb es dann auch fast die ganze Nacht \u00fcber!<\/p>\n<p>Nach einer kurzen und unruhigen Nacht stand ich kurz vor f\u00fcnf Uhr auf. Den Wecker h\u00e4tte ich gar nicht gebraucht. Um 5.15 Uhr hatte ich mich mit Micha am Fr\u00fchst\u00fccksbuffet verabredet. Laut Micha w\u00fcrden dort alle schon in Laufbekleidung zum Fr\u00fchst\u00fcck kommen. Allerdings hatte ich es anscheinend etwas \u00fcbertrieben und so war ich wohl der Einzige, der sich bereits die Startnummer angeheftet hatte, wor\u00fcber eine L\u00e4uferin augenscheinlich schmunzeln musste \ud83d\ude41\u00a0 .<\/p>\n<p>Ich sah wirklich so aus, als wenn ich sofort vom Fr\u00fchst\u00fcckstisch aus loslaufen wollte. Micha kam kurz nach mir im Trainingsanzug an. Viel bekamen wir allerdings nicht mehr herunter. Ja, ja, immer die Aufregung und Anspannung vor einem Wettkampf \ud83d\ude09 . Kurz nach sechs Uhr machten wir uns dann los in Richtung Sportstadion. Gudrun kam mit hinunter, um von uns beiden noch ein \u201epre\u201c-K30-Foto vor dem Hotel zu machen und uns viel Erfolg zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Bis zum Stadion war es eine knappe Viertelstunde Fu\u00dfweg. Der Start f\u00fcr die K78, C42 und K 30 erfolgte gleichzeitig um sieben Uhr und so str\u00f6mten Unmengen von L\u00e4ufern in Richtung Sportstadion. Micha traf sehr schnell auf einige Bekannte aus den Vorjahreswettk\u00e4mpfen. Mal sehen, ob ich auch noch Bekannte sehen w\u00fcrde\u2026<\/p>\n<p>Unsere Sachen wurden dann in die speziell gekennzeichneten Containern gelagert\u2026K30\u2026C42\u2026K78. Nachdem ich mich gerade noch kurz nach 6.30 Uhr meiner Jacke entledigt und in den Kleiderbeutel gestopft hatte, wurden die Sachen auch schon in den LKW geladen. Wir trabten nun locker in Richtung Tartanbahn und wunderten uns dar\u00fcber, wie wenig L\u00e4ufer am Start standen. Ich machte mit meiner kleinen Kamera noch ein paar Bilder. Es fand sich auch ein Sportfreund, der Micha und mich in der Startgasse fotografierte. Die ersten Dokumente des Laufs waren also im Kasten.<\/p>\n<p>Und erstaunlicherweise entdeckte ich in der gro\u00dfen L\u00e4ufermenge auch bald drei Rostocker! Das gab erst einmal ein gro\u00dfes Hallo! Andy_ und J\u00f6rg waren f\u00fcr den K78 gemeldet, Klaus wollte die beiden bis zum km 42 begleiten und motivieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die drei noch etwas einliefen, gingen wir weiter in Richtung Startbereich, der sich nun doch so langsam f\u00fcllte. Pl\u00f6tzlich kamen sehr viele L\u00e4ufer aus der Halle und der Platz f\u00fcllte sich zusehends. Rechts neben mir sprang jemand in die L\u00e4ufergasse \u00fcber den Absperrzaun und stand nun direkt neben mir. Ein kurzer Blick sagte mir: \u201eDen kennst du doch!\u201c. Tats\u00e4chlich, es war Karsten aus Berlin, mit dem ich schon zwei Staffell\u00e4ufe gemeinsam in Tempelhof und im Tiergarten gelaufen bin. Ihn hier in Davos zu sehen, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet! Auch Karsten konnte es kaum fassen und wir freuten uns beide \u00fcber das Wiedersehen. Karsten hatte sich ebenfalls f\u00fcr den K30 gemeldet und so sahen also die Chancen gut aus, dass wir uns auch in Filisur nach dem Lauf noch sehen w\u00fcrden und noch etwas schwatzen k\u00f6nnen. Micha machte noch ein Bild von uns und dann wurde auch schon der Countdown bis zum Start heruntergez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Vom Sportplatz aus ging es zun\u00e4chst durch die Stadt in Richtung Klosters. Da ich relativ weit vorne gestartet war, wurde ich nat\u00fcrlich gleich von einigen L\u00e4ufern \u00fcberholt. Nach ca. einem Kilometer zog dann auch Micha ab bzw. ich wurde etwas langsamer. Es war ja kein 10-km-Rennen und so wollte ich es lieber auf diesem unbekannten Terrain ruhig angehen lassen. Direkt am Kreisel, an dem es wieder in Gegenrichtung in die nunmehr f\u00fcr die L\u00e4ufer gesperrte Hauptverkehrsstra\u00dfe ging, zogen dann auch Klaus und J\u00f6rg an mir vorbei.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter sah ich Klaus an der Stra\u00dfenseite stehen. Als er mich sah, lief er zu mir und sagte, dass J\u00f6rg heute f\u00fcr ihn zu schnell sei und er sich dann lieber auf Andy konzentrieren wolle. So liefen wir dann zun\u00e4chst gemeinsam durch Davos.<\/p>\n<p>Die kommenden Kilometer waren erstaunlich flach, was mir sehr entgegenkam. Klaus meinte kurz nach einem Versorgungspunkt zu mir: \u201ePass auf, Fred, du bist bestimmt schneller als beim Krakower Mittsommernachtslauf!\u201c. Wenn es in diesem Tempo so weitergehen w\u00fcrde, w\u00e4re da auch gut vorstellbar gewesen. Die L\u00e4uferschlange zog sich mittlerweile wie eine Perlenkette durch das ganze Tal. Leider war das Wetter und die Sicht keineswegs so gut wie gestern auf der Schatzalp, denn neben den zwar f\u00fcr L\u00e4ufer angenehmen Temperaturen von ca. 16 Grad setzte langsam ein ganz, ganz fieser Nieselregen ein.<\/p>\n<p>Nach ca. sieben Kilometern erhielt Klaus einen Anruf und blieb zur\u00fcck. Er sagte noch: \u201eLauf mal weiter. Ich komm dann wieder heran!\u201c. Hier gab es nun auch den ersten (noch) moderaten Anstieg, den ich locker hochlief und wo ich nur einmal kurz f\u00fcr ein Foto anhielt.<\/p>\n<p>Weiter ging es jetzt \u00fcber kupiertes Gel\u00e4nde, vorbei an der Seilbahn zum Rinerhorn, wobei sich schottrige Waldwege mit Wiesenabschnitten abwechselten. Der bisherige Nieselregen wurde langsam zum ausgesprochen kr\u00e4ftigen Dauerregen, der daf\u00fcr sorgte, dass die Wege nass, moddrig und rutschig wurden. Zudem ging er mit sinkenden Temperaturen einher. Ich war echt froh, dass meine F\u00fc\u00dfe mit den relativ neuen Laufschuhen gut klar kamen. Eigentlich h\u00e4tten man heute jedoch richtige Trailschuhe gebrachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Versorgungspunkte waren gut mit Wasser, Iso-Getr\u00e4nken, Tee und Obst ausgestattet. Wasser nahm ich immer einen Becher und gelegentlich ein St\u00fcckchen Banane. Ansonsten hatten wir genug Feuchtigkeit von oben&#8230;<\/p>\n<p>Die N\u00e4chste Ortschaft war Spina. Dort wurden wir mit lautem Glockengel\u00e4ut empfangen. Es folgten zahlreiche langgezogene Anstiege und nat\u00fcrlich ging es hier und da auch etwas bergab.<\/p>\n<p>Das Atemberaubendste ist allerdings die Natur. Hier hat man fast alles: Berge, Wasser, Wald, Wiesen und die zahlreichen kleinen H\u00fctten an den Bergh\u00e4ngen. Auch einige Wasserf\u00e4lle und rauschende Bergb\u00e4che hatten wir auf unserer Strecke zu passieren.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Ortschaft, die wir passierten, war Monstein. Am Versorgungspunkt in Monstein fiel mir ein Laufshirt von den \u201eHeidehoppers\u201c auf. Ich rief im Vorbeilaufen etwas zu wie: \u201eRostock gr\u00fc\u00dft die Heidehoppers!\u201c. Das machte den L\u00e4ufer nat\u00fcrlich sehr neugierig und auf den n\u00e4chsten Kilometern bis kurz vor dem Wiesener Viadukt unterhielten wir uns. Heiko von den \u201eHeidehoppers\u201c lief heute seinen ersten Ultralauf. Kurz hinter dem Bahnhof \u201eMonstein\u201c der Rh\u00e4tischen Bahn machten wir noch kurz Halt, um uns mit dem Viadukt im Hintergrund zu fotografieren.<\/p>\n<p>Es ging nun durch mehrere Tunnel, bis es dann mal wieder bergauf und mal wieder bergab ging. Ich muss sagen, es war eine sehr abwechslungsreiche Strecke, bei der jedoch man st\u00e4ndig aufpassen musste, wohin man tritt. So etwas war ich bis dahin noch nicht gelaufen.<\/p>\n<p>Der Streckenabschnitt bis nach Wiesen wurde jetzt m\u00e4chtig \u201etrailig\u201c. Schmale Bergpfade, Ger\u00f6ll und schmale Holzbr\u00fccken waren nun zu \u00fcberqueren. An ein \u00dcberholen von Vorauslaufenden war eigentlich gar nicht m\u00f6glich, nur mit einem erheblichen Sturzrisiko. Also lie\u00df ich es besser sein.<\/p>\n<p>Das st\u00e4ndige Hoch- und Runter\u201cklettern\u201c treibt zwar den Puls in die H\u00f6he, ist aber irgendwie anders anstrengend als ein einfaches andauerndes Laufen. Jedenfalls war dies f\u00fcr mich eine ganz neue Erfahrung.<\/p>\n<p>Nun steuerten wir den Bahnhof \u201eWiesen\u201c und damit den n\u00e4chsten Versorgungspunkt an. Hier sah ich dann Heiko kurz vor mir das Eisenbahnviadukt passieren. Ich selbst versuchte mit meiner Kamera diesen Moment mit einem \u201eSelfie\u201c festzuhalten. Allerdings hatte meine Kamera auf den letzten Kilometern durch den st\u00e4ndigen Dauerregen m\u00e4chtig gelitten und zeigte auf dem Display nur noch Streifen an \ud83d\ude41 .<\/p>\n<p>Was nun kam war eine echte \u00dcberraschung f\u00fcr mich. Nach einem typisch schmalen Bergtrail, mit zahlreichen Wurzeln und durchgeweichtem Waldboden, ging es nun recht steil die feuchten und rutschigen Wiesen hinunter, d.h. gef\u00fchlte 500 Meter 45 Grad \u00fcber \u201eStock und Stein\u201c bergab. F\u00fcr mich war dies eher ein Bergabgestolper. Einige andere L\u00e4ufer jedoch bewiesen sich hier als echte Bergziegen und t\u00e4nzelten f\u00f6rmlich diesen steilen Abstieg hinab.<\/p>\n<p>Irgendwann kam dann das als Unesco-Weltkulturerbe anerkannte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landwasserviadukt\" target=\"_blank\">Landwasserviadukt<\/a> in Sichtweite. Und es regnete immer noch heftig. Meine anvisierte Zielzeit hatte ich schon l\u00e4ngst \u00fcberschritten und ich versuchte nochmal ein Foto im \u201eBlindflug\u201c vom Viadukt zu machen. Bis zum Ziel in Filisur sollten es jetzt nur noch gute zwei Kilometer sein. Ein Ende war in Sicht!<\/p>\n<p>Ein letzter Versorgungspunkt kam und hoch ging es auf die Wiesen! Da war es dann nochmal so richtig rutschig und auch die L\u00e4ufer vor und hinter mir gingen hier den Aufstieg hinauf.<\/p>\n<p>Auf dem letzten Kilometer in Filisur herrschte eine tolle Stimmung und einige Zuschauer munterten uns auf den letzten Metern auf. Besonders die Schweden schienen hier mit einem gro\u00dfen Aufgebot vertreten zu sein. Nun ging es nur noch bergab, nach einer scharfen Linksabbiegung war das Ziel nur noch wenige Meter entfernt. Gudrun und Silvia, fotografierend und filmend, sah ich jetzt auch wieder. Beide sahen auch schon recht durchn\u00e4sst aus.<\/p>\n<p>Auf den letzten Metern lief Gudrun noch an mir vorbei, um noch meinen Zieleinlauf festzuhalten. Nach 3:53 h hatte ich meinen ersten richtigen Berglauf beendet und bekam meine Finishermedaille umgeh\u00e4ngt. Ich war echt froh, diesen Lauf, der unter recht widrigen Wetterumst\u00e4nden zu absolvieren war, ohne Sturz \u00fcberstanden zu haben und dass ich mich nicht von Micha dazu \u00fcberreden lassen hatte, auf den K42 wechseln. Selbst Micha gab im Nachhinein zu, dass ihm heute der K30 wirklich gereicht hatte!<\/p>\n<p>Die L\u00e4ufer, die hier noch weiterlaufen mussten, habe ich wirklich nicht beneidet, zumal die h\u00e4rtesten Abschnitte offensichtlich erst noch kommen sollten!<\/p>\n<p>Nach zwei Bechern Br\u00fche, einer Banane und etwas Wasser machte ich mich auf den Weg zur Umkleide, die sich in der Schule in Filisur befand. Vollkommen durchn\u00e4sst und etwas unterk\u00fchlt schlich ich nun den steilen Aufstieg zur Schule hinauf. Oben angekommen sah ich schon Micha und Karsten vor dem Eingang zur Schule plaudern. Beide waren bereits geduscht und umgezogen. Naja, ein \u201epaar Min\u00fctchen\u201c waren sie auch schlie\u00dflich eher als ich im Ziel gewesen. Aber auch Micha konnte seine Zeitvorgabe von 2:45 h bei diesen extremen Wetterbedingungen nicht erreichen. Micha kam nach 3:17 h ins Ziel, Karsten hatte in 3:10 h gefinisht.<\/p>\n<p>Nachdem ich mich geduscht und umgezogen hatte machten wir uns gemeinsam mit Gudrun und Silvia auf den Weg in Richtung Bahnhof. Auf der Fahrt nach Davos hatten wir uns alle nat\u00fcrlich viel von unseren Erlebnissen auf der Strecke zu berichten.<\/p>\n<p>In Davos verabschiedeten wir uns dann von Karsten, der noch seine Leute, die den K78 liefen, sp\u00e4ter beim Zieleinlauf begr\u00fc\u00dfen wollte. Auch wir schauten nach einer kurzen Erholungspause im Hotel im Stadion von Davos vorbei, um noch etwas die Atmosph\u00e4re dieses Events zu genie\u00dfen. Allerdings war dies bei den kr\u00e4ftigen Regenschauern auch als Zuschauer recht anstrengend und so machten wir uns nach einiger Zeit wieder auf zur Schatzalp, wo die Sicht heute eigentlich nur grauen Nebel statt Alpenmassive hergab. Kaffee und Kuchen lie\u00dfen wir uns trotzdem gut schmecken!<\/p>\n<p>Zwei Tage blieben uns noch f\u00fcr das Abenteuer Schweiz. An Sonntag fuhren wir von Glaris aus mit der Seilbahn zum Rinerhorn und machten von dort aus eine sch\u00f6ne Bergwanderung, quasi \u201eauf den Spuren des K30\u201c. Es war zwar neblig, aber zumeist trocken von oben, so dass es sich ganz gut wanderte. In Monstein, wo es die h\u00f6chstgelegene Brauerei Europas gibt, machten wir dann Halt zum Mittagessen, bevor wir \u00fcber eine Wiesenabk\u00fcrzung zur Station Monstein weiterwanderten und von dort mit der Rh\u00e4tischen Bahn wieder nach Davos fuhren. Am Bahnhof Monstein mussten wir per Knopf das Haltsignal f\u00fcr die Bahn einschalten. Es k\u00f6nnte sonst passieren, dass die Rh\u00e4tische Bahn einfach vorbeif\u00e4hrt\u2026<\/p>\n<p>Am Montag machte Silvia den Vorschlag, dass wir zum Parsenn hinauf fahren k\u00f6nnten. \u00dcber zwei Standseilbahnen und eine Gondel geht es in drei Etappen auf 2.844 m H\u00f6he hinauf. Der Ausflug lohnte sich. Wir hatten dort eine super Aussicht und beim Hochfahren mit der Seilbahn konnten wir auf den Alpenwiesen sogar noch kurz zwei Murmeltiere entdecken! Und Alpenk\u00fche (waren nicht lila) konnten wir nat\u00fcrlich auch sehen.<\/p>\n<p>Der Swissalpine-Marathon war f\u00fcr uns ein unvergessliches Erlebnis in einer f\u00fcr uns ungewohnten Bergwelt! Irgendwann kommen wir wieder! Vielleicht ist dann das Wetter besser \ud83d\ude42 .<\/p>\n<p>Ergebnisse: <a href=\"http:\/\/davos.r.mikatiming.de\/2014\/?pid=start\" target=\"_blank\">hier klicken!<\/a><\/p>\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.sprintefix.de%2F%3Fp%3D16312&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px;margin-top:5px;\"><\/iframe>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Link zur Bildergalerie Micha hatte mir schon viel vom Swissalpine in Davos vorgeschw\u00e4rmt. Ich und Berglauf? Der K30 sollte, so Micha, mehr bergab als bergan gehen und somit f\u00fcr mich als ausgesprochenen Flachl\u00e4ndler ohne Bergerfahrung gut machbar sein. \u201eNur\u201c 415 H\u00f6henmeter sollten es laut Ausschreibung sein und daf\u00fcr 1.100 m bergab gehen. 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