{"id":3442,"date":"2012-05-25T16:22:52","date_gmt":"2012-05-25T14:22:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sprintefix.de\/?p=3442"},"modified":"2012-05-25T23:32:32","modified_gmt":"2012-05-25T21:32:32","slug":"rennsteignachlese-von-gerlind-der-sv-warnemunde-am-rennsteig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sprintefix.de\/?p=3442","title":{"rendered":"Gerlinds Rennsteiglaufnachlese &#8211; Der SV Warnem\u00fcnde am Rennsteig"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholder<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sprintefix.de\/?page_id=1891&amp;album=2&amp;gallery=138\" target=\"_blank\">Link zur Bildergalerie<\/a><\/p>\n<p>Drei Unerschrockene vom <a href=\"http:\/\/www.warnem\u00fcnde-leichtathletik.de\/\" target=\"_blank\">SV Warnem\u00fcnde<\/a> (Gudrun_ Berkholz, Gerd Eichler und Gerlind Michaelis) machten sich am 11. Mai 2012 auf den Weg in den Th\u00fcringer Wald, um den Rennsteig zu bezwingen. Zwei von ihnen waren &#8222;alte Hasen&#8220; und hatten bereits mehrere Male am Rennsteiglauf teilgenommen. Z.B. hatte Gudrun_ schon 21mal den langen Kanten von 73 km bew\u00e4ltigt, ihre letzte Teilnahme lag 15 Jahre zur\u00fcck. In diesem Jahr wollte sie den Marathon in Angriff nehmen. <!--more-->Vor 19 Jahren hatte Gerd zum letzten Mal die Strecke von Eisenach nach Schmiedefeld absolviert. Es war also an der Zeit zu testen, ob da noch etwas geht. Auf der Hinfahrt sollte mir als &#8222;Frischling&#8220; scheinbar etwas Angst eingejagt werden, denn die Erlebnisse der beiden aus grauen Vorzeiten wurden mir eindrucksvoll pr\u00e4sentiert. Wir waren also alle gespannt auf den kommenden Tag.<\/p>\n<p>Der Startschuss f\u00fcr den 72,7 km langen Supermarathon fiel p\u00fcnktlich um 6:00 Uhr auf dem Marktplatz von Eisenach in 210 m \u00fc NN. Laut GPS ist die Strecke \u00fcbrigens sogar 73,2 km lang. Die Temperatur war mit 15\u00b0C angenehm, aber eine Jacke konnte nicht schaden, denn Abk\u00fchlung war vorhergesagt. Petrus war uns wohlgesonnen, denn er schickte keinen Regen und nur wenig Wind, sodass das Laufen bei 10\u00b0C angenehm war.<\/p>\n<p>Langsam setzte sich die 2589 L\u00e4uferschlange in Bewegung. Meine Sorge, mich zu verlaufen war also unbegr\u00fcndet, denn ich befand mich unter Tausenden ebenso Verr\u00fcckten. Ab und zu stoppte der Pulk auf den ersten 7 km, weil der Weg hinauf zum Marienblick teilweise steil und schmal war. Das kam meiner Taktik, bergauf zu gehen und bergab zu laufen, entgegen. Von dort oben hatten wir einen sch\u00f6nen Blick auf Eisenach.<\/p>\n<p>Bei km 18 erwartete uns an der Glasbachwiese der erste Verpflegungspunkt. Die L\u00e4ufer-Versorgung am Rennsteig ist legend\u00e4r und tats\u00e4chlich erstklassig. Der ber\u00fchmte Haferschleim wird in jedem Ort nach einem anderen Rezept hergestellt (mal mit Heidelbeeren, mal ohne), gibt aber auf jeden Fall die n\u00f6tige Kraft.<\/p>\n<p>Meine Taktik ging auf: Bergab \u00fcberholte ich immer einige L\u00e4ufer, bergauf lie\u00df ich ein paar davon wieder vorbei. Eine L\u00e4uferin rief jedes Mal beim \u00dcberholen &#8222;Ach, da haben wir ja die Gerlind wieder!&#8220; Auf den Startnummern stand n\u00e4mlich jeweils der Vorname des L\u00e4ufers und ich hatte meine nach hinter gedreht.<\/p>\n<p>Mein Ziel bei dieser Veranstaltung war, heil und l\u00e4chelnd in Schmiedefeld anzukommen, und daf\u00fcr hatte ich 12 Stunden Zeit. Da es aber bei mir \u2013 vor allem bergab \u2013 ganz gut lief, reifte nach ca. 15 km in mir doch der Gedanke, dass ich einen Schnitt von 8 km\/h schaffen und somit nach ca. 9 Stunden in Schmiedefeld ankommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber zun\u00e4chst lag der 3 km lange Anstieg \u00fcber den Oberen Beerberg zum Inselsberg vor uns. Oben angekommen wurden die L\u00e4ufer wieder mit weiten Ausblicken in die T\u00e4ler rechts und links belohnt.<\/p>\n<p>Eigentlich laufe ich gern bergab \u2013 dachte ich zumindest bis zu diesem Tag. Aber dieser Abstieg vom Inselberg war so steil (auf 1,3 km geht hinunter auf 746 m), dass ich gehen musste, um nicht hinzufallen. Dieser Abstieg gab der Oberschenkelmuskulatur den richtigen Kick f\u00fcr die restlichen 48 km.<\/p>\n<p>Ab km 35 traf man viele Wanderer, die ich alle beneidete. Als die Ebertswiese bei km 38 in Sicht kam, war schon die H\u00e4lfte geschafft. Aber die km zwischen 40 und 50 waren die schwersten. Das h\u00e4ufige Bergablaufen gefiel meinen Oberschenkeln nicht und so genoss ich jeden Anstieg, denn da war ja Gehen angesagt. Wenn ich beim Gehen \u00fcberholt wurde, war es an der Zeit wieder in den Laufschritt zu fallen. Langeweile kam also nicht auf. Erstaunlich viele Zuschauer feuerten die L\u00e4ufer an.<\/p>\n<p>Bei 55 km am Grenzadler bei Oberhof besteht die M\u00f6glichkeit, mit offizieller Zeitnahme aus dem Rennen auszusteigen. Aber sooo schlecht ging es mir nicht! Und da es &#8222;nur&#8220; noch 17 km,\u00a0 also gesch\u00e4tzte etwas mehr als 2 Stunden, bis zum Ziel waren, lief ich schnell an diesem riesigen Verpflegungspunkt vorbei, um nicht doch noch in Versuchung zu kommen.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Strecke wurde die Sani-Punkte zahlreicher. Viele Sanit\u00e4ter hatten sich ein Feuer angez\u00fcndet, um sich zu w\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Bei km 62 liefen wir \u00fcber den h\u00f6chsten Punkt der Strecke (973 m) unterhalb des Gro\u00dfen Beerbergs. Von der Schm\u00fccke bei km 64 sollte es nur (fast) noch bergab gehen, hatte man mir vorher gesagt. Leider hatte ich das kleine W\u00f6rtchen &#8222;fast&#8220; \u00fcberh\u00f6rt oder unterbewertet. Jedenfalls gab noch ein weiterer Becher Haferschleim mit Heidelbeeren und ein Schluck Schwarzbier die n\u00f6tige Kraft zum Durchhalten. Bei meinem Zieleinlauf wurde ich wie folgt angek\u00fcndigt: &#8222;Jetzt kommt eine L\u00e4uferin aus dem hohen Norden, von der Ostseek\u00fcste, Gerlind Michaelis vom SV Warnem\u00fcnde.&#8220; Da bekam ich nicht nur wegen der k\u00fchlen 10\u00b0C eine G\u00e4nsehaut.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchlte mich im Ziel besser als nach allen meinen Marathons. Es stimmt also, was mir eine erfahrene Rennsteigl\u00e4uferin vorher geraten hatte: Um diese Strecke zu schaffen, muss man so laufen, dass man nicht bis an seine Grenzen geht. Diese Strategie hat sich bei mir bew\u00e4hrt, so dass ich nach 9:00:45 Stunden l\u00e4chelnd durchs Ziel lief.<\/p>\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.sprintefix.de%2F%3Fp%3D3442&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px;margin-top:5px;\"><\/iframe>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Link zur Bildergalerie Drei Unerschrockene vom SV Warnem\u00fcnde (Gudrun_ Berkholz, Gerd Eichler und Gerlind Michaelis) machten sich am 11. Mai 2012 auf den Weg in den Th\u00fcringer Wald, um den Rennsteig zu bezwingen. Zwei von ihnen waren &#8222;alte Hasen&#8220; und hatten bereits mehrere Male am Rennsteiglauf teilgenommen. 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