{"id":4354,"date":"2013-06-01T09:45:33","date_gmt":"2013-06-01T07:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sprintefix.de\/?p=4354"},"modified":"2013-06-03T13:25:39","modified_gmt":"2013-06-03T11:25:39","slug":"gastbericht-von-gerlind-mein-2-rennsteiglauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sprintefix.de\/?p=4354","title":{"rendered":"Gastbericht von Gerlind: Mein 2. Rennsteiglauf"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.sprintefix.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Gerlind_Rennsteig.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4357 alignnone\" alt=\"Gerlind beim Rennsteiglauf 2012\" src=\"http:\/\/www.sprintefix.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Gerlind_Rennsteig.jpg\" width=\"452\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/www.sprintefix.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Gerlind_Rennsteig.jpg 800w, https:\/\/www.sprintefix.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Gerlind_Rennsteig-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obwohl ich mir w\u00e4hrend meines 1. Rennsteiglaufes und auch noch bei der Feier danach in Schmiedefeld geschworen hatte, mir so einen Gewaltritt \u00fcber 72,7 km Berg- und Tal-Lauf nicht wieder anzutun, begann ich schon 3 Tage nach meiner R\u00fcckkehr im Mai 2012 mit den Vorbereitungen f\u00fcr meinen n\u00e4chsten Rennsteiglauf. Ich kann mir einfach nicht erkl\u00e4ren, warum ich die Schmerzen w\u00e4hrend des Laufs so schnell vergesse.<!--more--><\/p>\n<p>Da ich meiner Familie auch einmal den Rennsteiglauf zeigen wollte und wir nicht so gern in einer Turnhalle schlafen, wollte ich uns rechtzeitig eine Unterkunft besorgen und h\u00e4tte beinahe sogar eine in einer Pension direkt im Zielgel\u00e4nde in Schmiedefeld ergattert. Aber als ich um einen Tag Bedenkzeit bat, waren die drei Betten bereits vergeben. Meine ca. 20 Telefonate mit Vermietern in Schmiedefeld brachten kaum Ergebnisse. Fast alle Rennsteigl\u00e4ufer haben Dauerreservierungen und bezahlen ihre Unterkunft auch, wenn sie sie mal in einem Jahr nicht nutzen.<\/p>\n<p>Da mir Familie Kiesendahl begeistert von der Party in Schmiedefeld erz\u00e4hlt hatte und die Ferienwohnung, die sie 2012 gemietet hatte, frei sein w\u00fcrde, setzte ich mich mit dem Vermieter in Verbindung und konnte die Wohnung buchen. Sie war wirklich gut, zweckm\u00e4\u00dfig und lag sehr zentral, viel n\u00e4her an Festzelt, Sporthalle, B\u00e4cker und Busabfahrtsplatz als die meisten Hotels.<\/p>\n<p>Die \u00dcbernachtung in Oberhof war auch deshalb ideal, weil mein Mann und mein Sohn sich entschlossen hatten, den Halbmarathon von Oberhof nach Schmiedefeld zu laufen.<\/p>\n<p>Aber wieder kamen die Zweifel vor der Abreise. Warum tue ich mir diese Strapazen an? Welch ein Aufwand f\u00fcr die lange Anreise! Weil Hauke noch Schule hatte, konnten wir erst um 13:30 Uhr losfahren. Durch einen Stau s\u00fcdlich von Berlin kamen wir erst um 19 Uhr in Oberhof an, wo k\u00fchle 8\u00b0C herrschten (abgefahren waren wir bei 16\u00b0C). In der Wohnung unter uns wohnte ein L\u00e4ufer, den ich fl\u00fcchtig kannte. Ich bat ihn, bei mir um 3:15 Uhr an die T\u00fcr zu klopfen, um mich zu wecken, denn ich wusste nicht genau, ob mein neuer Wecker funktionieren w\u00fcrden. Dann holten wir die Startunterlagen der Halbmarathonis in der Turnhalle ab. Hauke kannte sich schon ganz gut in Oberhof aus, da er schon vier Mal im Februar zum Ski-Trainingslager mit seinen Vereinskameraden von TC FIKO dort war. Aus dem versprochenen Kl\u00f6\u00dfe-Essen wurde leider nichts, denn daf\u00fcr h\u00e4tte man gesch\u00e4tzte zwei Stunden anstehen m\u00fcssen. Da in Oberhof der Halbmarathon startete, waren hier ca. 6.300 L\u00e4ufer mit ihren Familien.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he unserer Wohnung gab es eine Kneipe, wo wir eine Th\u00fcringer Rostbratwurst ergattern konnten. Ich packte meine Sachen f\u00fcr den Lauftag zusammen.<\/p>\n<p>Nachdem ich schon seit ein paar Tagen die Wetterprognosen f\u00fcr Oberhof studiert hatte und unser Vermieter uns Schnee angek\u00fcndigt hatte, packte ich noch ein paar Regensachen f\u00fcr den Lauf ein.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich schlief ich schlecht in dieser Nacht. Ich tr\u00e4umte, dass ich verschlief. Und da war es auch schon passiert: Um 3:44 Uhr h\u00f6rte ich ein Klopfen an der Wohnungst\u00fcr, das ich mit &#8222;Ja&#8220; beantwortete. Nun blieben mir noch 20 Minuten bis zur Abfahrt meines Busses nach Eisenach (und ich wusste nicht einmal, wo er abfahren w\u00fcrde). Ich schaffte es noch, einen Kaffee zu trinken. Gerd schmierte mir ein Br\u00f6tchen, das ich einpackte, und schon rannte ich mit meiner Tasche aus dem Haus.<\/p>\n<p>In der Dunkelheit erkannte ich in der Ferne 2 Gestalten und lief in die Richtung. Ich war froh, als ich dort 2 Busse stehen sah. Der eine davon war voll, an dem anderen klopfte jemand ans Fenster. Zwei Tage zuvor hatte ich in der Starterliste nach einem mir bekannten Namen gesucht, um evtl. jemanden zu finden, mit dem ich zusammen am Rennsteig laufen k\u00f6nnte. Ich fand sogar eine L\u00e4uferin (Iris), mit der ich schon beim Nikolauslauf 2012 in Rostock zusammen gelaufen war. Allerdings war es mir nicht mehr rechtzeitig gelungen, sie zu kontaktieren. Und pl\u00f6tzlich traf ich sie hier im Bus! Zuf\u00e4lle gibt&#8217;s! <\/p>\n<p>Ich bekam sogar einen Platz ganz vorne, und zwar neben einem L\u00e4ufer, den ich vom vorj\u00e4hrigen Rennsteiglauf kannte (Lutz aus Leipzig). Ihn hatte ich auch im letzten Oktober in Stralsund beim R\u00fcgenbr\u00fcckenlauf getroffen. W\u00e4hrend der Fahrt merkte ich, dass ich meinen Energiedrink vergessen hatte. Daf\u00fcr hatte ich aber meinen Regenerationsdrink f\u00fcr hinterher dabei, sodass ich wenigstens wunderbar regeneriert an den Start gehen konnte.<\/p>\n<p>Der Bus kam p\u00fcnktlich in Eisenach an. Die Abholung der Startunterlagen klappte reibungslos. Ich konnte in Ruhe alle n\u00f6tigen Startvorbereitungen treffen. In der Toilettenschlange traf ich einen L\u00e4ufer aus Gro\u00df Wokern, dem ich noch mitteilte, dass der Start des Krakower Mittsommernachtslaufes in diesem Jahr am Campingplatz sein wird. Bevor ich mein Gep\u00e4ck abgab, zog ich noch schnell ein Shirt aus, leider das falsche, wie sich sp\u00e4ter herausstellte. Mir wurde schnell warm \u2013 ich hatte zuviel angezogen.<\/p>\n<p>Da beim Supermarathon auch in diesem Jahr \u00fcber 2.100 L\u00e4ufer starteten (2.158 kamen ins Ziel), war es schwer, in der Startaufstellung bekannte Gesichter auszumachen. Leider konnte ich Angela nicht finden, aber ich traf noch Bodo und Annette aus Berlin, die ich von einigen L\u00e4ufen kenne. In Eisenach war wundersch\u00f6nes Wetter: Sonne und ca. 8\u00b0C. Beim Lauf durch die Stra\u00dfen von Eisenach hinauf zum Marienblick genossen wir die aufgehende Sonne, die bis km 42 ununterbrochen schien. Die Aussicht von den verschiedenen Punkten des Rennsteigs reichte weit in den Th\u00fcringer Wald und veranlasste viele L\u00e4ufer Fotos zu machen.<\/p>\n<p>Etwa bei km 5 \u00fcberholte mich eine L\u00e4uferin im \u00e4rmellosen Shirt. Das konnte nur Gabi sein. Ich rief ihren Namen und sie freute sich, mich zu sehen. Wir hatten uns im Vorjahr im Juni in Krakow \u00fcber den Rennsteiglauf unterhalten. Sie hatte gerade die 52 km-Harzquerung hinter sich und erz\u00e4hlte mir davon. Es war ihr 1. Rennsteiglauf und sie hatte sich keine bestimmte Zeit vorgenommen. Da ich sofort merkte, dass sie schneller lief als ich, wollte ich sie motivieren, vorzulaufen, aber sie meinte, wir k\u00f6nnten doch noch 5 Minuten schwatzen. So blieben wir noch bis km 10 zusammen. Sie erz\u00e4hlte mir von ihrem Plan, in diesem Jahr den Zugspitzlauf zu machen und ich gab ihr einige Tipps. Wir wollten in Verbindung bleiben und sie versprach, mir eine E-Mail zu schreiben. Bin gespannt, ob sie sich bei ihrem hohen Tempo meine Mailadresse merken w\u00fcrde. Sie finishte n\u00e4mlich in 8:22 Stunden und wie erwartet sah ich sie im Ziel nicht mehr.<\/p>\n<p>Kurz darauf \u00fcberholte mich Gerd Eichler aus meinem Verein. Ich konnte mir nicht erkl\u00e4ren, warum er so weit hinten am Start gestanden hatte. Aber f\u00fcr gro\u00dfe Erkl\u00e4rungen hatte er keine Zeit. Den Anstieg zum Inselsberg empfand ich dieses Mal nicht so lang wie im vorigen Jahr und auch den Abstieg konnte ich dieses Mal laufen statt gehen. Dort merkte ich, dass weniger L\u00e4ufer auf der Strecke waren als beim Jubil\u00e4umslauf 2012. Aber wie auch im Vorjahr begannen danach die vom steilen Abw\u00e4rtslauf maltr\u00e4tierten Oberschenkel zu brennen.<\/p>\n<p>Die Verpflegung war wieder sehr gut, die Dichte der Getr\u00e4nke- und Verpflegungsstellen war beeindruckend. Ich nahm fast jedes mal Haferschleim und warmen Tee. Ich lieb\u00e4ugelte nat\u00fcrlich mit einer Zeit unter 9 Stunden, die ich im Vorjahr nur um 45 Sekunden verpasst hatte, versuchte mir aber einzureden, dass die Zeit egal w\u00e4re. Trotzdem schielte ich ab und zu auf die Uhr, um zu pr\u00fcfen, ob ich etwa 8 km pro Stunde laufe. Das konnte man an den Kilometerschildern, die alle 5 km aufgestellt waren, relativ gut erkennen. Zwischen km 40 und 50 war es wieder am schwersten. Die Aussicht, am Grenzadler in Oberhof mit Zeitmessung ausstiegen k\u00f6nnen, war sehr verlockend. Aber ich lag immer noch gut in der Zeit, nahm mir aber vor, die Schmerzen diesmal nicht so schnell zu vergessen. Einmal mehr beneidete ich die Wanderer, die am Grenzadler ihr Ziel erreicht hatten.<\/p>\n<p>Lutz aus Leipzig \u00fcberholte ich ca. bei km 50 und fragte ihm, ob er Schmerzen h\u00e4tte. Als er verneinte, zog ich vorbei. Mir dagegen taten vor allem meine Oberschenkel weh, aber zum Gl\u00fcck nicht der R\u00fccken. Ein L\u00e4ufer meinte zu mir: &#8222;Dass uns die Frauen am Ende immer zeigen m\u00fcssen, dass sie die bessere Ausdauer haben!&#8220; Ein anderer sagte, er h\u00e4tte mich heute schon oft gesehen (ich ihn noch nie). Ich sah dann, wie er sich auf 10 km viermal an einen Baum stellte und wusste nun, warum er mich andauernd \u00fcberholte.<\/p>\n<p>Das Bergablaufen fiel nicht mehr so leicht wie zu Beginn, au\u00dferdem musste man wegen der Baumwurzeln aufpassen. Einige riesige Pf\u00fctzen auf der Strecke erforderten ein paar Springk\u00fcnste und machten uns erneut klar, dass die Sonne ein Freund des Rennsteiglaufes ist und extra f\u00fcr uns an diesem Tag eine Sonderschicht einlegte. Die Kilometerschilder f\u00fcr die Halbmarathonis, die jeden einzelnen Kilometer anzeigten, halfen uns auf den letzten 18 km. An der Schm\u00fccke fiel mir wieder der Spruch ein: &#8222;Von der Schm\u00fccke ab geht es die letzten 8 km fast nur noch bergab.&#8220; <\/p>\n<p>Ich wusste zwar, dass das nicht stimmte, war aber nicht traurig dar\u00fcber, denn bergauf konnte ich wenigstens gehen. Dieses Mal nahm ich auch das Schild wahr: &#8222;Noch 1070 m bis zum sch\u00f6nsten Ziel der Welt&#8220; und konnte sogar noch ein bisschen beschleunigen.<\/p>\n<p>Im Ziel legte ich mich sofort auf den Boden und dachte, dass mich vielleicht ein Sanit\u00e4ter zur Massage bringen w\u00fcrde. Aber da ich meine Medaille noch nicht bekommen hatte, stand ich bald wieder auf. Mit einem Isodrink in der Hand h\u00f6rte ich dann Gerd rufen und verlie\u00df den Zielbereich. Ich staunte selbst, dass ich \u00fcberhaupt noch stehen konnte. Rene und Gerd waren mit ihren L\u00e4ufen zufrieden. Mein Gep\u00e4ck, mein Finishershirt und die Urkunden f\u00fcr uns alle wurden f\u00fcr uns geholt. Wir stie\u00dfen mit einem K\u00f6stritzer Bier auf unseren Rennsteiglauf an und trafen endlich auch Petra, die \u00fcber den Marathon meinte: &#8222;Das ist zum Abgew\u00f6hnen.&#8220;<\/p>\n<p>Nach der Massage begaben wir uns zum Bus nach Oberhof. Leider hatte es angefangen zu regnen. In Oberhof lie\u00dfen wir uns beim B\u00e4cker Kaffee und Kuchen munden.<\/p>\n<p>Die L\u00e4uferparty im Festzelt war leider nicht so toll wie gedacht, da sie haupts\u00e4chlich aus dem Championsleague-Finale bestand. Allerdings traf ich Frank Leonhard vom SV Post Schwerin mit seiner Familie, sodass wir uns gut unterhalten konnten. In der Spielpause durften wir einmal das Rennsteiglied singen, aber das Ende des Fu\u00dfballspiels schauten wir uns lieber in unserer Wohnung an.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag fuhren wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck in die Kristall-Therme in Bad Klosterlausnitz, wo wir unsere Muskeln in Soleb\u00e4dern und Sauna erholten.<\/p>\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.sprintefix.de%2F%3Fp%3D4354&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px;margin-top:5px;\"><\/iframe>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl ich mir w\u00e4hrend meines 1. 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