45. Rennsteiglauf – von Oberhof nach Schmiedefeld (HM) am 20.05.2017

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Beim 40. Rennsteiglauf war ich damals über die Marathondistanz gestartet: von Neuhaus am Rennweg nach Schmiedefeld. Der Termin des Rennsteiglaufes kollidiert jedoch immer mit den Cityläufen in Greifswald und Rostock, wo ich eigentlich auch immer gerne dabei bin. So dauerte es bis zu meinem nächsten Start am Rennsteig ganze fünf Jahre. Roland, den es mittlerweile nach Franken verschlagen hat und für den der Thüringer Wald so ziemlich um die Ecke liegt, hatte mich überzeugt, dass wir beide gemeinsam als Vater-Sohn-Gespann den Halbmarathon von Oberhof nach Schmiedefeld meistern wollten. Außerdem wollte er auch Thüringen mal etwas näher kennenlernen. Ein Kurzurlaub war also bereits mit eingeplant.Am Donnerstagnachmittag trafen wir uns in Zella-Mehlis und machten erst einmal einen kleinen Stadtrundgang bei hochsommerlichen Temperaturen durch den Ort. Anschließend ging es weiter nach Suhl. Dort hatten wir unsere Hotelübernachtung gebucht.

Das Hotel hatte sich voll und ganz auf die Läufer eingestellt, war auch komplett ausgebucht. Meine starken Zweifel, ob wir am Samstag überhaupt ein Frühstück im Hotel bekommen würden, da der Shuttlebus für die Läufer in Richtung Oberhof bereits um 5:45 Uhr abfahren sollte, wurden vom Portier sofort zerstreut. Bereits ab 02:30 Uhr stand am Wettkampftag das Frühstücksbuffet zur Verfügung. So konnten sogar die Supermarathonis, deren Start bereits um sechs Uhr in Eisenach erfolgte und deren Bus kurz nach drei fuhr, sich vor der Abfahrt noch etwas stärken. Solch einen Service hatte ich bisher noch nicht erlebt! Super!

Das war nun bestens geklärt und wir nutzten den verbliebenen Donnerstagabend, um uns in Suhl etwas umzuschauen.

Für den Freitag hatten wir uns einen Besuch der Wartburg vorgenommen. Das Wetter war bestens. Wie wir später hörten, hatten die Schweriner und Wittenburger Lauffreunde, die am Freitag anreisten, keineswegs solch ein Glück: Sturzregen und Hagel auf der Autobahn und Dauerregen in Oberhof. Auch auf unserer nachmittäglichen Wanderung zur Marienglashöhle in Friedrichroda schien die Sonne, perfektes Wanderwetter. Am frühen Abend fuhren wir dann weiter in Richtung Oberhof und kamen ebenfalls in Regenschauer hinein, die immer stärker wurden, je mehr wir uns Oberhof näherten.

Die Abholung der Startunterlagen und der Empfang der Plastikbeutel für die Wechselsachen klappte wunderbar. Man merkt doch gleich: die Helfer machen es nicht zum ersten Mal!

Danach machten wir uns gleich zur Kloßparty auf. Auf dem Weg zur Sporthalle war nun von sommerlichen Temperaturen nichts mehr zu spüren; im Gegenteil, es war böig und regnerisch und so waren wir froh, als wir die Halle erreichten.

Eigentlich waren wir hier mit Hans-Werner verabredet, hatten ihn dann aber doch um eine knappe Stunde verfehlt. Unsere Besichtigungs- und Wandertouren hatten doch länger als gedacht benötigt. Auch aus einem Wiedersehen mit unseren Neuruppiner Lauffreunden Heiko, der wie immer beim Supermarathon startete, und Juliane wurde es aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nun nichts mehr an diesem Abend.

Dafür trafen wir beim Anstehen nach den Klößen unsere Lauffreunde aus Schwerin von der LG Schwerin und der Fünf-Seen-Laufgemeinschaft, ebenso Kurt und Konny von der TSG Wittenburg.  

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Die Klöße mit Rotkohl und Roulade (Thüringisches Rezept mit Rennsteiglauftradition) schmeckten wirklich sehr gut. Hier ein großes Lob an die Küche! In der Halle wurde auch ein bisschen Party auf der Bühne gemacht. Das Rennsteiglied durfte hier natürlich nicht fehlen!  Wir brachen aber bald wieder nach Suhl auf, denn wir mussten am nächsten Tag ziemlich früh aufstehen.

Morgens um 4:00 Uhr klingelte das Handy zum Wecken. Um 4:30 Uhr machten wir uns zum Frühstück in die 16. Etage auf, eine Dreiviertelstunde später begaben wir uns in Richtung Busbahnhof. Wir mussten eigentlich nur den Massen folgen. Die letzten Schauer hatten sich zum Glück über die Nacht abgeregnet, es war zwar frisch, schien aber ein schöner Tag zum Laufen zu werden.

Gemeinsam mit vielen anderen Läufern ging es in Oberhof nun die Tambacher Straße entlang in Richtung Grenzadler, dem Start für den Halbmarathon. Unmittelbar an der Gepäckabgabe trafen wir dann auch Hans-Werner und Undine. Hans-Werner hatte sich für diesen Lauf ein spezielles Shirt anfertigen lassen mit einer persönlichen Botschaft für Undine.

Da Roland und ich das erste Mal am Rennsteig-HM starteten, wurden wir in den Block 7 (von 8 Startblöcken) eingeteilt. Roland sah dies pragmatisch und meinte: „ Mensch Papa, da können wir ja das Feld von hinten aufrollen.“ So verkehrt fand ich dann Rolands Gedanken auch nicht, obwohl ich persönlich lieber etwas weiter vorne gestartet wäre…

Gudrun machte einige Fotos vom Startbereich und sah dann zu, dass sie den Shuttlebus für die Begleiter um acht Uhr nach Schmiedefeld erreichte.

Insgesamt gingen an diesem Morgen ungefähr 7.500 Läufer auf die Halbmarathondistanz. Im Startbereich trafen wir noch einige Lauffreunde aus Wolgast, aus Wittenburg und Frank von unserer Laufgruppe Schwerin.

Während der erste Block um 7:30 Uhr auf die Strecke geschickt wurde, hatten Roland und ich nun noch gut 20 Minuten bis zum Start und behielten lieber noch unsere schützenden Plastiksäcke über unsere Laufsachen. Über uns kreiste ein Hubschrauber über Starterfeld und aus Richtung der Startlinie klang Musik herüber, natürlich war auch immer wieder DER Klassiker von Herbert Roth, das Rennsteiglied, dabei. Ein Rennsteiglauf ohne das Rennsteiglied, das geht überhaupt nicht!

Mit jeder Streckenfreigabe rückte unser Startblock immer weiter nach vorn. Als wir dann endlich das Starttor sahen, wurde es auch für uns Zeit die Folien abzustreifen. Mittlerweile hatte sich doch tatsächlich die Sonne blicken lassen!

Jetzt wurde jedes Bundesland einzeln begrüßt: „Wo sind die Sachsen, … Bremer, … Bayern, … Franken, … Oberfranken…, Unterfranken, …“ Irgendwann, ganz, ganz zum Schluss kam dann auch endlich „Meck-Pomm“ und auch wir hoben die Hände.

Um 7:54 Uhr ging es für uns endlich über die Startlinie; zunächst vorbei an den Bobbahn und an der Skisporthalle erwartete uns nach einem knappen Kilometer schon mal den ersten Anstieg. Da zahlreiche Läufer unterwegs waren, wurden bis km 2 sowohl der Rennsteigweg als auch ein dazu parallel verlaufender Weg genutzt.

Roland machten die Anstiege nach seinem Bergtraining in Erlangen überhaupt nichts aus, ich merkte natürlich als „Flachlandtiroler“ gleich jede kleine „Unebenheit“. Allerdings war bei den Läufermassen auch nicht groß an ein Überholen zu denken. Die einzige Möglichkeit war, am Randstreifen links oder rechts an den bergauf gehenden Teilnehmern vorbeizutraben.

Das Wetter war heute nahezu ideal. Angenehme Lauftemperaturen um die 16 Grad und etwas Sonne und dazu die überwiegend durch den Thüringer Wald, also schattigen Abschnitten, verlaufende Strecke.

Der Streckenverlauf von km 2 bis km 5 taten kam mir entgegen, denn es ging überwiegend leicht bergab. Gefühlt waren wir fast nur am Überholen.

Ab km 5 bis km 9 ging es dagegen ständig etwas bergauf. Roland lief immer leicht vor mir und bahnte mir den Weg an anderen Läufern vorbei. Mehr und mehr Läufer gingen nun die Anstiege hoch und auch ich ertappte mich hier und da, bergauf in den Eilmarsch zu verfallen.

Roland schaute sich dann um und sammelte mich dann wieder ein. So beschäftigt, näherten wir uns nun bei km 9 fast unbemerkt dem höchsten Punkt des Laufes, dem Großen Beerberg. Dort, wo es bergauf geht, musste es dann natürlich auch wieder bergab gehen. Bei km 11 ging es bei Schmücke über eine große Wiese bis zum Versorgungspunkt hinunter. 

Da ich Roland von meinem ersten Rennsteiglauf vor fünf Jahren erzählte und auch von dem an den verschiedenen Versorgungspunkten angebotenen Haferschleim als „Powerdrink“, hielt Roland natürlich danach Ausschau. Allerdings scheint es auf der Halbmarathondistanz keinen Haferschleim zu geben. Entweder hatten wir ihn übersehen oder und für diese relativ kurze Distanz war kein „Zaubertrank“ eingeplant.

Die nächsten Kilometer bis hin zum „Schönsten Ziel der Welt“ liefen sich bei überwiegend leichtem Gefälle angenehm dahin. Außerdem wurden kurz vor Schmiedefeld die Wege gefühlt etwas breiter und  ebener.

Die letzten zwei Kilometer ging es am Ortsrand von Schmiedefeld entlang bis zur Zielgeraden immer geradeaus. Gemeinsam mit Roland setzte ich nun zum Endspurt an. Gudrun entdeckte uns und machte gleich noch ein paar Sprintfotos von uns.

Bis ins Ziel ging es nur noch leicht bergab und nach 2:13:54 h erreichten wir gemeinsam die Ziellinie. Die Zeit war uns von vorherein egal gewesen, denn wir wollten beide den gemeinsamen Lauf einfach nur genießen. Nachdem wir unsere Medaillen umgehängt bekommen hatten, suchten wir erst einmal den Versorgungspunkt auf und stärkten uns etwas bei Tee, Wasser und Apfelstücken.

Kurz danach trafen wir dann auch Gudrun wieder und gingen zusammen zu der Wiese, wo tausende gelbe Kleiderbeute wohlsortiert nach Distanzen und Startnummern für die Finisher bereitlagen.

Schnell waren auch mit Gudruns Hilfe die Kleiderbeutel gefunden und wir begaben uns gemeinsam zur Telekom-Läuferversorgung, schließlich starteten wir für SV Post Telekom Schwerin. Frank hatte alle Läufer unserer Laufgruppe dort angemeldet. Die Versorgung war hier 1A.  Zwischendurch kam auch noch eine Blaskapelle und gab ein Ständchen. In entspannter Atmosphäre konnten wir den Lauf mit den Lauffreunden auswerten und noch etwas chillen.

Nachdem wir uns nun etwas regeneriert hatten, schauten wir uns dann wieder das Geschehen auf dem Sportplatz an. Zunächst holten wir uns unsere Urkunden und ließen uns noch einen Finisher-Stempel auf die Urkunde drücken.

Auch die Wolgaster Sportfreunden trafen wir wieder. Nachdem wir uns dann noch das „Läuferbier“ abgeholt hatten, trafen wir dann auch noch Maik von den Socken-Wellen. Es sein erster Rennsteig-Halbmarathon, den er übrigens in hervorragenden 1:31:54 h gelaufen war. Wir ließen uns nebenbei noch mit der Rennsteighexe, die zufällig des Weges kam, ablichten…

Anschließend unterhielten wir uns mit unsern Schweriner Sportsfreunden in der Telekom-Läuferversorgung, bevor wir uns am frühen Nachmittag per Shuttlebus wieder nach Suhl begaben. Auch hier wieder ein großes Lob in Richtung Organisationsteam!

Am Nachmittag sahen wir uns noch das Simson-Fahrzeugmuseum voller Begeisterung an, waren danach aber alle drei ziemlich von den Anstrengungen des Tages geschafft und ließen den Abend in Suhl ausklingen. Zur großen Party nach Schmiedefeld schafften wir es dann leider nicht mehr.

Am Sonntag besuchten wir dann noch das Waffenmuseum, welches ebenfalls sehr interessant ist. Am Nachmittag besichtigten wir dann die Saalfelder Feengrotten und sahen uns die Stadt Saalfeld an. Am Montag hieß es dann, wieder die Heimfahrt antreten. Auf der Rücktour  gab es dann noch einen Abstecher nach Erfurt mit Besichtigung des Doms, des Rathauses und der Krämerbrücke.

Der Rennsteiglauf und auch das Thüringer Land hat uns sehr gefallen, bestimmt kommen wir mal wieder!

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