11. Mittsommernachtslauf Krakow am See am 23.06.2018

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Beim Schweriner Fünf-Seen-Lauf gab es in diesem Jahr erstmalig keine 30 km. Auch in Krakow am See werden die 30 km zukünftig nicht mehr angeboten werden. Einmal noch in diesem Jahr, dann ist der Dreißiger auch hier Geschichte, leider.

Sei es nun, dass die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren rückläufig waren und/oder die notwendigen Absicherungen auf der Strecke zu kostenintensiv bzw. aufwendig im Verhältnis zur Teilnehmerzahl waren: auf jeden Fall hat sich der Veranstalter dazu entschieden, diese landschaftlich wirklich sehr schöne Strecke um den Krakower See nicht mehr fortzuführen.

Nun ging es zum allerletzten Mal die 30 km um den Krakower See herum. Und bei diesem allerletzten Mal wollten wir natürlich dabei sein. Im nächsten Jahr wird ein Halbmarathon durch das malerische Nebeltal die längste Strecke beim Mittsommernachtslauf sein. Einige Läufer testeten diese Strecke bereits in diesem Jahr.

Insgesamt starteten 40 Ausdauersportler über die komplette Seeumrundung von 30 km und sieben bei der Premiere des Halbmarathon. Weiterhin waren 5 km und 10 km Laufen, 5 km Nordic Walking sowie eine Seemeile im Programm. Die Strecken waren also weit gefächert. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

Und so „nebenbei“: Die Vorrunde bei der Fußball-WM in Russland war noch in vollem Gange. Ab 20 Uhr konnte das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden auf einer Großleinwand verfolgt werden. Wer schnell war (der Start über 30 km erfolgte um 18 Uhr) konnte ab Anpfiff das Spiel verfolgen. Das Ende der zweiten Halbzeit sollte aber auf alle Fälle für jeden drin sein…

Natürlich trafen wir hier wieder viele Bekannte und es gab es viel zu erzählen. Holger aus Ratzeburg war, ebenso wie im letzten, so auch in diesem Jahr wieder auf dem Dreißiger mit von der Partie. Er brachte außerdem Verstärkung von den “1001 Strecken” mit. Auch Birger aus unserer Laufgruppe Schwerin lief diesmal mit.
Noch bevor wir Dreißiger an den Start gingen, hatten die Halbmarathonis ihren Wettkampf schon hinter sich. Frank von unserer LG Schwerin hatte diesen Lauf für sich entscheiden können. Gratulation von uns!

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Pünktlich um 18 Uhr erfolgte der Startschuss. Bei luftigen 15 Grad machten wir uns auf die Strecke, zunächst erst einmal durch die Stadt in Richtung Zeltplatz. Relativ schnell zog sich das Feld entlang der Güstrower Chaussee wie eine Perlenkette die Straße entlang. Gudrun raste mit ihrem Fahrrad an uns vorbei. Mal sehen, an welcher Stelle ich sie wiedersehen würde.
Für mich war es der erste Dreißiger in diesem Jahr. Nachdem ich im Frühjahr, bedingt durch eine Grippe und langwierige Erkältungen, alle Frühjahrsmarathonpläne sausen lassen musste, ging es jetzt nur einfach darum, mal wieder das Gefühl für die Distanz zu bekommen. Und außerdem muss ich langsam auch anfangen, mich auf den Berlin-Marathon, für den ich einen Freistart ergattert hatte, vorzubereiten. Damit steht das nächste größere Ziel bereits vor der Tür.
Kurz nach dem Start ließ ich mich, wie konnte es auch anders sein, vom Starterfeld ziehen. Mir wurde dann aber relativ schnell, nach ca. 5 km, klar, dass ich in diesem Tempo die 30 km nicht durchhalten könnte. So drosselte ich vernünftigerweise mein Tempo und pegelte mich so nach und nach auf mein Wohlfühltempo ein. Ich genoss einfach die schöne Landschaft. Auf dem ersten Abschnitt bis nach Serrahn ging es recht hügelig zu. Immer wieder wurde der Blick auf den Krakower See frei und es kamen Erinnerungen an die vergangenen Jahre auf.

Weiter ging es nun in Richtung Dobbin-Linstow. Kurz vor der Passage der L204 wurde die Strecke ziemlich sandig. Gudrun, die mich zuvor noch am Versorgungspunkt einen guten Kilometer zuvor fotografierte, wollte mich nun mit dem Rad überholen und hatte hier ganzschön zu tun, um mit dem Rad überhaupt voranzukommen.

In Dobbin, nach gut 14 km, waren von weitem die „Klopfer des Nordens“ zu hören. Jeder Läufer wurde hier von den Klopfern mit einem Trommelwirbel begrüßt. Ich freute mich schon darauf, denn hier ist immer super Stimmung angesagt! Außerdem gab es hier einen Versorgungspunkt und ich gönnte mir erst einmal einen Becher Wasser. Leider wird im nächsten Jahr Dobbin beim Halbmarathon nicht angelaufen. Ich hoffe aber, dass ich die Klopfer dann an anderer Stelle beim Halbmarathon sehen und hören kann. Ihr seid die Größten! Danke für die Motivation!

Weiter ging es nun, teilweise mit guter Sicht auf die Südseite des Sees, in Richtung Glave. Kurz vor Glave musste ich einen kleinen Stopp einlegen. Irgendwie hatte sich in meinem rechten Schuh ein Stein oder ein Zweiglein hineingearbeitet und drückte nun auf den großen Zeh. Das war mehr als unangenehm und ich hatte Befürchtung, dass ich eine dicke fette Blase am Zeh bekommen könnte, Also Schuh ausziehen, schütteln, anziehen und dann konnte ich kurz darauf meinen Lauf fortsetzen. Nach gut 19 km gab es kurz vor der Passage der L37 einen weiteren Versorgungspunkt mit Wasser und Cola. Ich nahm jeweils einen Becher und weiter ging`s über die L37, die extra für die Läufer bei Bedarf durch die Polizei gesperrt wurde.

Die nächsten Kilometer führten durch den Wald: zunächst noch eine Betonstraße, dann wurde die Strecke entlang des „Herrenhaus Rundweges“ zunehmend schlechter passierbar. Da in vergangenen Tagen einiges an Regen herunter gekommen war, lief sich der 2 km lange Abschnitt bis zur Weggabelung zur Jägerschneise dann doch besser als gedacht. Trotzdem war ich schon ganz schön geschafft und so hatte ich begonnen, ab und an kurze Laufpausen einzulegen. Dann konnte ich aber relativ gut wieder weiterlaufen.

Nach knapp 23 km erwartetet uns ein weiterer Versorgungspunkt. Ich fragte hier am Stand an, wie es so beim Fußball steht: „1:1“ schallte als Antwort zurück. Viel hatte ich also offensichtlich nicht verpasst.
Nun lagen „nur noch 7 km“ durch den Wald in Richtung Krakow am See vor mir. Mit mir „kämpften“ sich einige andere Starter in Richtung Ziel. Mal waren sie vor mir, mal hinter mir. Bei km 26 kam Gudrun uns aus Richtung Krakow mit dem Fahrrad entgegen und machte noch einige Fotos.

Den letzten Versorgungspunkt gab es 3 km vor dem Ziel, kurz vor dem „Alten Dorfsee“. Ins Ziel kam ich dann nach 3:16:25 h. Hier gab es eine Medaille und eine Rose für alle Finisher. Nachdem ich etwas verschnauft hatte, ging ich zu den Duschen beim Rudersportverein. Tatsächlich konnte ich gemeinsam mir den anderen Läufern noch die entscheidenden Minuten beim Spiel Deutschland-Schweden live verfolgen. Das Spiel gewann Deutschland in fast allerletzter Sekunde, aber genützt hatte es der Mannschaft letztendlich dann doch nicht. Deutschland schied als Letzter seiner Vorrundengruppe zum ersten Mal bei einer Fußball-WM bereits in der Vorrunde aus.

Den Veranstaltern nochmals auf diesem Wege einen herzlichen Dank für die tolle Organisation! Vielleicht testen wir mal beim Halbmarathon im nächsten Jahr das malerische Nebeltal. Das soll jedenfalls auch sehr schön sein…

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