(Bilder auch unter Bildergalerien zu finden!)
Das Laufjahr 2010 begann in Rostock mit dem traditionellen Silvester-Neujahrslauf des ESV Lok Rostock. Auch wenn gestern, am 2. Januar, direkt weder Silvester noch Neujahr war, so war es doch die erste Laufveranstaltung des Jahres in Rostock. Und wer würde, ganz ehrlich, wirklich am Silvesterabend kurz vor Mitternacht starten und im neuen Jahr ins Ziel kommen wollen? Ich denke, das würde eher zum Slalom-Laufen ausarten… (wäre aber bestimmt lustig). Da stellt sich für mich aber intern die Frage: Gibt es echte Silvester-Neujahrsläufe, die Silvester beginnen und Neujahr enden? Weiß das jemand?
So war aber der Termin am 2. Januar prinzipiell gut geplant: Die Nachwehen des Hineinfeierns zum Jahreswechsel sollten allgemein behoben sein. Wäre nur nicht das Problem hartnäckiger Erkältungen, mit denen wir allesamt ansaßen…
Am 28.12. habe ich trotz kleinem Kratzen in Hals noch einen kurzen Lauf von 11 km (Link: http://connect.garmin.com/activity/21159890 ) absolviert. Die Rache folgte auf dem Fuß: am Folgetag bemächtigte sich die Erkältung meiner dann vollkommen, Hals- und Gliederschmerzen inklusive. Silverster/Neujahr, welches wir bei Schwägerin und Schwager, die ebenfalls mächtig erkältet waren, in der Nähe von Schwerin verbrachten, husteten und schnieften wir uns allesamt nur so an. Die Produktion von gebrauchten Papiertaschentüchern war an diesem Abend enorm! An einen Start beim Neujahrslauf war zu meinem Ärgernis nicht zu denken (ich habe noch nie einen geplanten Lauf wegen Krankheit abgesagt, denn nur die Harten kommen in den Garten). Hier sollte man, auch wenn es schwer fällt, auf die Laufexperten hören und eine Laufpause bis zur Genesung einlegen!
Gudrun machte den Vorschlag, dass wir trotzdem zum Lauf gehen könnten, aber eben nur als Zuschauer zum Anfeuern und könnten dabei den altbekannten Lauf-Mitstreitern zum Neuen Jahr alles Gute wünschen. Zudem wäre ein Spaziergang in der klaren Winterluft, es hatte in der Nacht geschneit, auch gut für unsere angeschlagenen Bronchien. Gesagt, getan: Fotoausrüstung eingepackt und los ging es zur Sporthalle in der Schlesinger-Straße, wo sich der Start- und Zielbereich befand.
Gelaufen wurden bei sonnigem Winterwetter Strecken über 3 km, 6 km, 11 km sowie die 21 km. Walking war ebenfalls erlaubt. Die Walker waren aber in absoluter Unterzahl: von 306 gemeldeten Startern waren nach unserer Zählung nur sechs Walker am Start. Sogar prominente Namen waren am Start, wie z.B. Klaus Kinski (hier handelt es sich aber nicht um den verstorbenen Mimen!).
Den kurz nach 10.00 Uhr erfolgten Start hatten wir zwar durch unser ausgedehntes Frühstück und Zeitungslektüre verpasst, aber für uns waren vor allem die Zieleinläufe der Starter über 11 und 21 km interessant, da dort auch nur die „echten“ Läufer starten.
Die Laufstrecke ging von der Sporthalle in der Südstadt südwärts auf die Schwaaner Landstraße in Richtung Papendorf und dann zurück über Sildemow und ist landschaftlich sehr reizvoll. Warum sollten wir also im Zielbereich warten und uns kalte Füße holen? Also sind wir den Läufern bis hinter den Ortsausgang Rostock auf der verschneiten Schwaaner Landstraße entgegen gewandert (gewalkt?, aber ohne Stöckchen!), haben sie angefeuert, motiviert („nur noch 1 km bis zum Ziel (oder auch 2)“, „sieht noch locker aus“, „toll macht ihr das“, „so sehen gefühlte Sieger aus“, …) und auch ein paar Schnappschüsse gemacht, die wir dann auf unserer Seite sprintefix.de einstellen werden. Man kennt das ja selber: Wie gerne hätte man Fotos von seinen Lauferfolgen… (Läufer sind ja keineswegs eitel!).
Kurz bevor es auf die Schwaaner Landstraße ging, trafen wir noch auf den Weihnachtsmann, d.h. den Mann, der zum Nikolauslauf den Weihnachtsmann gemimt hatte, und machten mit ihm noch einen kurzen Plausch. Bei diesem Wettkampf machte er Einweiser an der Wegstrecke, damit keiner der Läufer sich verlief (ich weiß vom Schwedenlauf her, wie schnell das geht…). Wie wir heute auf der Seite von Rostock-Sport gesehen haben, hatte sich doch wieder mal ein Läufer verirrt und sage und schreibe einen ganzen Kilometer zu viel absolviert!
Auf der Schwaaner Landstraße (noch innerhalb Rostocks) wechselte ein ganzer Sprung Rehe (so ca. 4-5 Stück) die Fahrbahn. Auch wenn die Läufer von rechts kamen, hatten die Rehe sich kraft ihres Unwissens die Vorfahrt erzwungen. Laufen birgt also doch gewisse Gefahren in sich… In diesem Fall gab der Klügere, in diesem Fall die Läuferschar, nach. Leider hatte Gudrun die Kamera nicht schnell genug „schussbereit“.
Mir blieb derweil die Gelegenheit, die verschiedenen Laufstile einzelner Läufer zu studieren, wozu man im Normalfall (selbst laufend) ja nicht kommt.
Für uns hoffen wir, dass wir bis zum 6.Rostocker Spendenlauf am 24.01.2010 wieder selbst fit an den Start gehen können!