Rügenbrückenmarathon 2009 am 17.10.2009

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Der diesjährige Rügenbrückenlauf fand am Samstag, 17.10.2009, in Stralsund statt.

Hier die Ergebnislisten bei Davengo !

Da wir bereits letztes Jahr dabei waren, kannten wir die Brücke und ihren langen Anstieg schon und wussten nur zu genau, was uns erwartet. .. Trotzdem ist es ein tolles Erlebnis, als Läufer über die ansonsten nur für den Fahrzeugverkehr zugelassene Rügenbrücke zu laufen und diesen einmaligen Ausblick auf Rügen und Stralsund zu haben. Die Brücke war  für den Rügenlauf vier Stunden exklusiv für Läufer und Walker, jedoch nur für welche mit gültiger Startnummer, gesperrt worden.

Neben dem Marathon standen Halbmarathon, 12 km und 6 km sowie Walking, mit und ohne Stöckchen, zur Wahl.

Wer sich noch kurzfristig für einen der Läufe anmelden wollte hatte Pech, denn die Veranstaltung war restlos ausgebucht. Es gab mit 2.750 gemeldeten Läufern und Walkern einen neuen Teilnehmerrekord. Mit 2.300 Teilnehmern hatte der Veranstalter maximal gerechnet. Es mussten kurzfristig Urkunden und Medaillen nachgeordert werden. Für nächstes Jahr also der Tipp: rechtzeitig anmelden 😉

Unsere Familie ging diesmal mit Jana (12 km) und mir (HM) an den Start. Janas Freund Matze ging als Favorit auf die 12-km-Distanz. Roland hatte sich beim Strammstehen beim Bund erkältet und konnte nicht starten. Dafür wurde er mit einer Kamera ausgestattet und wurde verpflichtet, Gudrun, die als rasende Reporterin mit Klapprad und Fotoapparat unterwegs war, im Start- und Zielbereich tatkräftig zu unterstützen. Mein Kollege Rüdiger startete neben mir beim Halbmarathon.

Da es in Rostock die ganze Nacht zuvor wie aus Eimern gegossen hatte und die Temperaturen sich im Keller befanden, waren wir auf das Schlimmste gefasst. Aber ein richtiger Läufer kennt keinen Schmerz! Auf unserer morgendlichen Fahrt nach Stralsund wurde das Wetter jedoch etwas freundlicher, so dass ein bisschen Hoffnung aufkeimte, doch nicht im Dauerregen laufen zu müssen.

Übrigens bin ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Forerunner 405 ;-). Ich habe Gudrun überzeugt, dass solch ein Wunderwerk der Technik für mich als angehenden Spitzenläufer unabdingbar ist. Damit habe ich ab sofort die Möglichkeit, alle meine Läufe, auch grafisch auf Karte darstellbar, aufzuzeichnen.  Mein persönlicher Rügenbrückenhalbmarathon ist übrigens unter http://connect.garmin.com/activity/16436593 zu finden…

Die Uhr bietet außerdem die geniale Möglichkeit, einen „virtuellen Partner“ einzustellen. Da ich mir vorgenommen hatte, meine persönliche Bestzeit von 1:54:40 h, die ich bei der diesjährigen Rostocker Marathonnacht lief, zu knacken, hatte ich mir für den „virtuellen Partner“ einen Schnitt von 5:10 min/km eingestellt. Danach sollte ich bei  1:50 Stunden liegen,  sofern ich das Tempo durchhalten würde…

Als Erstes musste ich aber real mit weiteren 428 Halbmarathonis an der Startlinie, die sich fast direkt  vor dem futuristischen Gebäude des Ozeaneums (im Volksmund „die Klorolle“ genannt) befand, Aufstellung nehmen. Punkt 9:30 Uhr wurde der Startschuss durch die Rüganer Bobfahrerlegende Meinhard Nehmer gegeben und los ging es in mein nächstes Laufabenteuer.

Zwei Kilometer ging es zunächst recht eben am Hafen und der Stralsunder Volkswerft vorbei, um dann endlich den zwei Kilometer langen Anstieg der imposanten neuen Rügenbrücke in Angriff zu nehmen.  Mein bis dahin herausgelaufener Vorsprung von einer knappen Minute auf meinen „virtuellen Partner“ schmolz beim Aufstieg auf die Brücke auf ca. 20 Sekunden. Aber wo es hinauf geht, muss es ja glücklicherweise auch wieder hinuntergehen. Auf der abschüssigen zweiten Hälfte konnte ich die knappe Minute wieder herauslaufen 🙂

Die Brücke ist schon vom Anblick recht beeindruckend und der Blick von der Brücke auf die historische Altstadt der Hansestadt Stralsund sowie auf Rügen einmalig. Wenn neue Rekorde purzeln sollen, bleibt leider keine Zeit für längeres Verweilen, um das schöne Panorama richtig genießen zu können.

Auf der Brücke überholten uns noch die Busse, durch welche die 6-km-Läufer und -Walker zum Start auf das rügenseitige Ende der Brücke gebracht wurden. Den ersten Getränkestand  gab es dann gleich hinter der Brücke, von wo es dann  in Richtung Altefähr entlang kopfsteingepflasterter Alleen weiterging.

Kurz vor Altefähr überholte mich überraschend Gudrun auf ihrem Fahrrad, um ein Stückchen später als mein persönlicher Fotograf einige Schnappschüsse zu machen. In Altefähr ging es dann rechts auf einen landwirtschaftlichen, teilweise asphaltierten, Weg vorbei an zahlreichen Windrädern.

Bei Kilometer  11 war das Örtchen Barnkevitz zu passieren. Jetzt folgte ein Feldweg, der durch den ausgiebigen Regen der vergangenen Nacht ziemlich rutschig war. Beim Kilometer 12 gab es einen weiteren Getränkepunkt. Dann ging es direkt an der rügenschen Küste entlang, die auch an diesem Abschnitt recht hügelig ist. Von wegen, auf Rügen ist alles eben! Die wechselnden Auf- und Abstiege kosteten viel Kraft. Allerdings lag ich immer noch einige Sekunden vor meinem „virtuellen“ Laufpartner.

Nach Kilometer 14 ging es durch ein Wäldchen und danach an einem Strandweg wieder in Richtung Altefähr. Von hier ergab sich ein wunderschöner Blick auf Stralsund.

Drei Kilometer weiter erreichte ich, schon recht fix und fertig, den alten Rügendamm in Richtung Stralsund. Auf der Rügenbrücke waren kurz vorher die 6-km-Läufer und- Walker gestartet und die 12-km-Läufer kamen aus Richtung Stralsund oder befanden sich bereits wieder auf dem Rückweg über die Rügenbrücke. Ich war froh, dass mir dieses Getümmel und der Anstieg auf der Rügenbrücke entging und ich mit dem alten Rügendamm eine Strecke ohne Anstiege vor mir hatte.

Trotzdem musste ich erstmals mein Tempo etwas herunternehmen, da ich völlig kaputt war. Ich lenkte mich etwas mit dem herrlichen Blick auf die neue Rügenbrücke ab.

Bei Kilometer 19 auf dem Dänholm überholte mich ein Läufer, der mir die Erschöpfung  ansah, mit dem Worten: „Wir haben’s ja gleich geschafft“. Dies motivierte mich, auch noch die letzten zwei Kilometer durchzuhalten. Mein „virtueller“ Freund lag lediglich sechs Sekunden vor mir. Für mich war also eine persönliche Rekord-Zeit drin!

Auf dem letzten Kilometer dann das böse Erwachen: die Strecken der Halbmarathonis, der Walker (!), der 6- und 12-km–Läufer führten zusammen! Nun hieß es, mit letzten Kräften, ohne Schaden zu nehmen, vor allem an den zahllosen Nordic-Walkern, die zumeist in breiten geschlossenen Reihen ihre Stöckchen auf dem Asphalt langschliffen, Slalom zu laufend vorbeizukommen.

Die  Zieleinläufe der einzelnen Läufer gingen im Massengetümmel etwas unter, da der Einlauf der Starter aller gelaufenen Strecken im gleichen Zeitraum erfolgte. Der überforderte Sprecher bekam gar nicht mit, dass Christiane Pilz als erste Frau über die 12 km (43:29 min) über die Ziellinie ging. Stattdessen war lautstark zu hören: „Und der nächste Walker…!“. Carmen Siewert, die Zweitplatzierte, wurde dagegen als erste Frau im Ziel begrüßt. Matzes  Platz 1 auf den 12 Kilometern in einer Zeit von 41:42 min wurde gar nicht registriert. Jana kam mit einer Zeit von 57:43 min auf den dritten Platz der Altersklasse W20.

Ich selbst erreichte das Ziel als 107-ter auf der Halbmarathondistanz nach 1:48:46 Stunden und war damit vollauf zufrieden. Meine Bestmarke konnte ich somit um knapp 6 Minuten verbessern! Gudrun kann stolz auf mich sein! Mein Kollege Rüdiger glänzte sogar mit einer Zeit von 1:32:45 und kam damit auf den 15-ten Platz.

Trotz aller Strapazen: Spaß hat der Lauf gemacht und im nächsten Jahr werden wir sicherlich alle wieder dabei sein. Wir haben festgestellt, auch ohne Laufevent ist Stralsund mit seiner historischen Altstadt und seinem Ozeaneum eine Reise wert. Das zu besichtigen, dazu waren wir an diesem Tage aber zu geschafft…

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1 Kommentar zu “Rügenbrückenmarathon 2009 am 17.10.2009

  1. Papa, ich bin auch stolz auf dich! 😉

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