16. Fachhochschullauf Stralsund am 31.10.2009 (Ge-Sund-Lauf)

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Zwei Wochen ohne Wettkampf Mann gegen Mann sind eine verdammt lange Zeit für einen mittlerweile „Laufsüchtigen“.  Mein Rügener Halbmarathon ist gut verdaut und so fieberten meine flinken Füße am Reformationstag  einer neuen Herausforderung entgegen:  dem 16. Stralsunder Fachhochschullauf.

Die Strecken, die bei diesem Wettkampf zur Disposition standen, waren recht ungewöhnlich für hiesige Verhältnisse:  10 Meilen, 8 km, 4 km und 1 km. Wer einen Halbmarathon bewältigen kann, der schafft erst recht läppische „ten miles“! Da ich über diese Distanz noch nie einen Wettkampf bestritten hatte, war mich als Rekordjäger eines  sicher: Es gibt definitiv eine neue Bestzeit!

Matze musste an diesem Wettkampf teilnehmen und ebenfalls über die zehn Meilen starten, wenn er sich den  Gesamtsieg im Laufcup M-V holen wollte.  Dies war für ihn die letzte Möglichkeit, den notwendigen fünften Lauf (=Sieg) für die Cupwertung beizusteuern.

Jana reichten dagegen die 8 km.

Gudrun vervollständigte unseren Trupp  als persönlicher Reporter, damit keine „offiziellen“ Rekorde der Nachwelt verloren gehen. Das Klapprad blieb aber diesmal zu Hause: Vor einer guten Woche hatte Gudrun Lauftraining mit Flugübungen verwechselt und war mächtig auf den Knien, aber nicht auf den Kopf, gefallen.  Da hieß es am letzten Wochenende: fleißig mit Eis kühlen und Füße hochlegen. Ein Mecklenburger kennt keinen Schmerz und so war Gudrun an diesem Wochenende soweit wieder fit, dass sie uns drei (Jana, Matze und mich) zwischen den verschiedenen Punkten an der Strecke und im Ziel fotografieren und filmen konnte.

Start und Ziel waren der Sportplatz der Fachhochschule Stralsund auf der Schwedenschanze. Der Start über alle Distanzen erfolgte wegen zahlreicher Nachmeldungen mit ungefähr zehnminütiger Verspätung  bei  herrlichem, sonnigem Herbstwetter ca. 10.10 Uhr.

Mit meinem Forerunner 405 habe ich natürlich den Lauf auch auf Karte festhalten können. Ich beließ es bei den 5:10 min pro Kilometer, die ich noch vom Rügenbrückenlauf für meinen „virtuellen“ Partner eingestellt hatte.

Los ging es mit einer halben Runde im Sportstadion, weiter dann in Richtung Parow,  entlang einer für den Lauf gesperrten, teils gepflasterten und asphaltierten Straße. Zu meiner Verwunderung hatte ich nach ca. 1500 Metern zu Jana aufschließen können und lief  ab dann neben Jana her. Überholen wollte ich sie nicht, da ich ihre Worte von der richtigen Laufeinteilung  noch im Hinterkopf hatte und mir nicht im Ziel dann anhören wollte: „Aber Papa, das habe ich Dir doch gleich gesagt!“.

Bei Kilometer Vier , Halbzeit für die 8-km-Strecke, kam für Jana die Wendestelle. Für mich dagegen ging es eine schmalen Dorfstraße in Richtung Groß Damitz weiter. Bei dem schönen Herbstwetter, trocken und klar, machte das Laufen richtig Spaß. Das Läuferfeld hatte sich mittlerweile ziemlich auseinandergezogen. In Sichtweite hatte ich bis Prohn drei Läufer vor mir. Ab da führte der Weg  direkt am  Prohner Stausee bis zu einer, direkt am Stau zur Ostsee liegenden, Baustelle entlang. In Parow gab es dann endlich Wasserbecher als notwendige Erfrischung.

In Auswertung des Rügenbrückenlaufs hatte mir mein Kollege Rüdiger einen Energie-Gel-Pack geschenkt, den ich bei dieser Gelegenheit ausprobiert habe. Er meinte, das Zeug bewirke wirklich etwas (ähnlich wie der Zaubertrank von Miraculix?). Allerdings sollte ich unbedingt dazu etwas Wasser trinken, da man das sirupartige Zeug sonst nicht so richtig herunter bekommt. Glücklicherweise hatte ich am Abend zuvor  bei Tchibo einen Laufgurt mit zwei kleinen Trinkfläschchen (à 170 ml) gekauft ;-). Es gestaltete sich während des Laufs zwar etwas schwierig, die Trinkflasche aus- und (noch schwieriger) sie wieder in den Gurt zu bekommen. Doch es klappte!

Beim Kilometer Elf erschien mir endlich die Gelegenheit gekommen, meine „Energietanks“ mit dem Gel aufzuladen. Das Gel aus der Folie zu quetschen gestaltete sich jedoch etwas kompliziert. Nachdem ich die Folie ähnlich einer Zahnpastatube zusammenrollte, klappte es und ich konnte den nach Cola schmeckenden Sirup einnehmen. Danach noch einen Schluck aus der „Pulle“ und einen Kilometer weiter hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass  es  wieder etwas besser lief. Egal, ob Placebo oder tatsächlicher Energieschub: Ich fühlte mich großartig und konnte ohne Probleme einen Läufer überholen und hinter mir lassen!

Nachdem Parow wieder erreicht war, ging es an die letzten zwei Kilometer bis zum Sportplatz der Hochschule. Diese letzten zwei kleinen Kilometer hatten es allerdings ganz schön in sich: nur noch stetig bergauf…

Endlich kam der Campus der Hochschule wieder in Sicht und ich konnte Gudrun, die mit Kamera und Video ausgerüstet war, bereits von Weitem erkennen.   Meine Schirmmütze drehte ich diesmal nach hinten, damit mein Gesicht nicht wieder komplett im Schatten der Schirmmütze im Dunkeln verschwindet;-).

Jetzt waren es nur noch wenige Meter bis zur Zielgeraden auf dem Sportplatz. Zwischenzeitlich war  Gudrun auch ins Stadion geflitzt und stand mit beiden Kameras bewaffnet am Zieleinlauf für Schnappschüsse bereit. Große Überholmanöver gab es bei diesem Lauf auch nicht mehr, da wir in ca. 200-m-Abständen auf den Sportplatz einliefen.

Im Ziel nach 1:20:50 min angekommen, war ich dann doch überrascht, dass ich ca. 2:30 min vor meinem „virtuellen“ Partner ins Ziel lief! Ich bin die 10 Meilen also im Fünfminutenschnitt gelaufen und damit sehr zufrieden.

Matze hatte den 10-Meilen-Lauf in einer Zeit von 56:57 min souverän gewonnen. Damit steht er auch als Gesamtsieger des Laufcups M-V fest und war natürlich überglücklich. Auch ihm hatte der Anstieg der letzten zwei Kilometer ganz schön zugesetzt. Jana wurde über die 8-km-Strecke Dritte der Altersgruppe W20 in einer Zeit von  37:16 min.

Nach einem deftigen Kesselgulasch (war im Startpreis inbegriffen) in der Mensa der Fachhochschule gab es die Siegerehrungen der einzelnen Wertungsklassen. Matze konnte seine Pokalsammlung ergänzen und muss wohl demnächst anbauen 😉

Insgesamt eine gut organisierte und reizvolle Laufveranstaltung! Gudrun hat schon ein tolles zusammenfassendes Video von dieser Veranstaltung produziert – viel Spaß beim Ansehen!

Hier noch der Link zur Ergebnissliste!

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