12. Burgenlauf von Penzlin nach Burg Stargard am 19.08.2012

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An diesem Wochenende hatten wir eine Großauswahl an Wettkämpfen. Am Samstag fanden der Müritzlauf (als komplette Umrundung der Müritz oder in der Kurzvariante als Städtelauf von Röbel nach Waren) und der Rostocker Triathlon statt und am Sonntag starteten zeitgleich der Schwedenlauf in Wismar und der Burgenlauf in Penzlin.
Für Gudrun und mich stand schon längst fest, dass wir zum Burgenlauf fahren. Auch Jana entschied sich für den Burgenlauf, während Matze den Schwedenlauf in Wismar favorisierte.
Wir sammelten Jana kurz nach sechs Uhr ein und fuhren erst einmal nach Penzlin, um Gudrun dort am Start abzusetzen. Wir dagegen fuhren weiter zum Zielort Burg Stargard, wo wir unser Auto parkten und anschließend im Org.-Büro unsere Startnummern und Zeitmessungs-Chips in Empfang nahmen. Bereits auf dem Weg vom Parkplatz zur Burg konnten wir die ersten Sportfreunde begrüßen.

Nachdem es am Samstag schon hochsommerliche Temperaturen gab, sollte Petrus heute noch eine Schaufel drauflegen! Angekündigt waren Temperaturen jenseits der 30 °C! Das konnte für die 24 km ja heiter werden!

Pünktlich um neun Uhr setzen fuhren drei Busse mit den insgesamt 164 Starten nach Penzlin zum Start. Mit Reinhold vom SV Gützkow unterhielten wir uns auf der halbstündigen Fahrt über Training und geplante Wettkämpfe. So verging die Zeit recht schnell und ehe wir uns versahen, waren wir am Ziel (oder besser gesagt am Start).

Auf dem Innenhof der Burg warteten dann auch schon Gudrun sowie unsere Greifswalder Schlachtenbummler, meine Mutter und mein Bruder Bernd. Das gab erst einmal ein großes Hallo! Es dauerte nicht mehr lange und Ortwin vom gastgebenden HSV Neubrandenburg begrüßte jetzt offiziell alle Starter zum diesjährigen 12. Burgenlauf. Bereits jetzt hatten die Temperaturen schon fast die Dreißig-Grad-Marke erreicht. Was sollte das erst beim Lauf werden! Einige der Läufer, wie beispielsweise Peter aus Groß Wockern, hatten gestern den Städtelauf von Röbel nach Waren (26,5 km) bei ähnlichen Temperaturen absolviert und standen heute frisch und munter am Start für den Burgenlauf (23,9 km). Wahnsinn!

Auf meinen Trinkgurt, der zwar im Gepäck war, verzichtete ich dennoch, denn es ist doch bei einem gut organisierten Lauf mit etlichen Versorgungspunkten zumeist nur unnötiger Ballast! Gels packte ich allerdings noch ein, für Jana und mich als eiserne Reserve. Der Startschuss erfolgte und unter Fanfarenklängen setzte sich der Läufertross vom Burgtor aus in Bewegung. Ich hielt mich an Janas Seite, damit ich nicht gleich wieder am Start zu schnell angehe. Das könnte bei diesen Temperaturen und der Länge der Strecke doch fatale Folgen haben.

Trotz hügliger Strecke liefen sich die ersten neun Kilometer über Werder, Zippelow und Prillwitz recht flüssig in einem Schnitt um die 5:20 min/km weg. Dabei genossen wir die herrliche Natur südlich der Lieps mit Blick auf den See. Natürlich wurde bei der Hitze jeder Versorgungsstand mitgenommen. Wir tranken ausgiebig Wasser und auch die Wassermelonenstücke waren sehr erfrischend.

Gudrun sahen wir beim ersten und zweiten Verpflegungsstand. Jana und ich rätselten, wann sie wohl wieder mit der Kamera an der Strecke auf uns warten wird. Kurz vor Usadel bei km 11 kam wieder ein steiler Anstieg. Hier machten wir, wie auch die meisten Läufer vor und hinter uns, die erste kurze Gehpause. Mittlerweile herrschte sengende Hitze! Hinter Usadel ging es für knapp zwei Kilometer durch einen Waldabschnitt, endlich etwas Schatten! Hier im Wald waren die Temperaturen etwas erträglicher und es lief sich gleich wieder etwas flüssiger.

Die Anstiege wurden langsam immer giftiger und an einen 5:20er Schnitt war nun wirklich nicht mehr zu denken. Wir liefen regelrecht in eine Gluthitze hinein. Hier ein großer Dank an die Anwohner, die mit Wassereimern und Wannen zusätzlich zu den offiziellen Verpflegungspunkten für Erfrischung sorgten! Auch in Zachow kurz vor km 16 standen wieder Eimer bereit, um die Arme abzukühlen oder die Schirmmütze kurz einzutauchen.

Jetzt schien die Sonne unerbittlich auf unsere Köpfe. Zwischen Zachow und Ballwitz bei km 17 nach einigen absolvierten Anstiegen sagte Jana mir, dass ihr etwas schwindelig ist und wir machten eine kleine Gehpause. Ein begleitender Radfahrer war dann so nett und bot uns einen Schluck aus seiner Wasserflasche an. Kurz danach sagte mir Jana, dass ich alleine weiterlaufen solle, da sie nun ziemlich fertig war und lieber wieder gehen wolle. Ich sagte ihr, dass sie notfalls abbrechen soll, falls es nicht mehr geht. So lief ich die letzten Kilometer zunächst alleine weiter. Die nächsten zwei Kilometer (km 18 – km 20) zwischen Ballwitz und Holldorf waren dann noch einmal die Härte! Gleißende Sonne und absolute Windstille bei gefühlten 40 °C forderten alles ab.

Ab Holldorf hatte ich dann wieder einen Begleiter. Mit einem Neubrandenburger Läufer kam ich ins Gespräch und sofort lief es sich wieder etwas leichter. Hinzu kam, dass ab km 21 der letzte Abschnitt bis ins Ziel nahezu eben ist und durch ein Wäldchen verläuft. Hier gab es dann auch noch die letzte Getränke-Notversorgung.

Von meinem Gesprächspartner erfuhr ich, dass er längere Zeit verletzt gewesen war und nun erst wieder richtig ins Training eingestiegen ist. Bei km 22 liefen wir dann gemeinsam an Gudrun vorbei, die noch ein Bild von uns machte. Natürlich fragte Gudrun gleich: “Und wo ist Jana?”.

Der letzte Kilometer kam und ich wusste, es kommt nun gleich der letzte und heftigste Anstieg! Mein Laufgefährte der letzten Kilometer sagte noch “Jetzt zeigt sich, wofür man trainiert hat” und zog davon. Ich dagegen habe, ehrlich gesagt, diesen Anstieg lieber im Schritttempo in Angriff genommen.

Nach einer letzten Senke ging es die allerletzten Meter den Hügel zur Burg hinauf. Ich raffte mich noch einmal auf und lief diesen letzten Anstieg hinauf. Der Jubel wurde nun immer größer und alle, die am Wegesrand standen und saßen, motivierten durch Klatschen und “Bravo!”-Rufe zum Durchhalten. Kurz vor der Zielgeraden, die direkt in die Burg Stargard führte, wurde jeder Läufer mit Fanfarenschall angekündigt.

Reinhold vom SV Gützkow, der schon längst im Ziel war, begleitete mich die letzten Meter ins Ziel und so kam ich dann doch noch zu einem kleinen Endspurt 😉 !
Ortwin, der Cheforganisator vom HSV, kündigte mich beim Zieleinlauf gleich an. Nach 2:22:58 h hatte ich das Ziel erreicht! Dies war zwar 12 Minuten langsamer als im letzten Jahr, dafür waren die Wetterbedingungen in diesem Jahr aber auch ganz konträr zu letzten Jahr. Von Hitze war im letzten Sommer nichts zu spüren gewesen.

Ich war jetzt so richtig durstig und so leerte ich gleich einige Wasserbecher auf ex und stellte mich in der Nähe des Zieltores, um gemeinsam mit meiner Mutter und mit Bernd auf Jana zu warten. Es dauerte tatsächlich gar nicht so lange und Jana bog in die Zielgerade ein. Ich lief mit ihr die letzten Meter noch einmal über die Zielgerade.

Nachdem fast alle im Ziel waren und sich frisch gemacht hatten, wurde im Burghof die Siegerehrung mit zünftigen Ritterschlägen für die AK-Sieger durchgeführt. Jana hatte es sogar noch auf den zweiten Platz ihrer AK geschafft und durfte aus Treppchen. Anschließend gab es noch eine Verlosung zwar mit vielen Preisen, aber diesmal hatten weder Janas noch meine Startnummer etwas gewonnen. Naja, man kann ja nicht immer Losglück haben ;-).

Abschließend machten wir es uns auf der Terrasse des Burgrestaurants zu einem Schwätzchen im Familienkreis bequem und gönnten uns einen wohlverdienten Eisbecher.
Der 12. Burgenlauf war wie immer toll organisiert und hat trotz der hochsommerlichen Temperaturen viel Spaß gemacht. Das Streckenprofil ist für uns Flachlandtiroler außergewöhnlich anspruchsvoll und daher etwas ganz Besonderes.

Ergebnisse unter: https://tollense-timing.de/meldeliste_burgenlauf.htm

4 Kommentare zu “12. Burgenlauf von Penzlin nach Burg Stargard am 19.08.2012

  1. Hallo Gudrun und Fred,
    es ist immer wieder herzerfrischend deine Laufberichte zu lesen und die Bilder von Gudrun anzusehen. Ihr macht das wirklich toll und Glückwunsch Fred zu deiner Laufleistung in den “Tropen”.
    Viele Grüsse, Gerd und Angelika

  2. Hallo Fred und Jana
    die hochsommerlichen Temperaturen sind auf den Bildern gut erkennbar ,bei dieser Hitze-Schlacht sind das immer noch sehr gute Zeiten .Gratulation auch an Gudrun ,sie ist bestimmt auch ganz schön ins Schwitzen gekommen. Gruß
    Micha

    • Hallo Micha,
      und dazu war der Reifen am Ende noch platt! Muss mir das Rad erstmal ansehen damit der Foto-Support auch beim nächsten Wettkampf klappt 😉 .

      Gruß Fred

  3. Facebook: Fitnessclub Albatros Anklam
    Liebe Gudrun,
    DANKE, DANKE, DANKE!
    Wie du das wieder gemacht hast. Mit deinem “Mini”Fahrrad bei der Hitze und wieder einmal so viele schöne Fotos von uns Läufern. Im Namen aller ein dickes liebes Dankeschön.

    Liebe Grüße von der Pommi

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