11. Spreewald-Marathon (HM) in Burg am 21.04.2013

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Unter dem Motto „Auf die Gurke, fertig, los!“ fand am letzten Wochenende der 11. Spreewald-Marathon statt. Wer mochte, der konnte von Freitag an im Spreewald sportlich aktiv sein, nicht nur beim Laufen.  Das Programm war wirklich sehr vielfältig! So hatte Gerlind (siehe Bericht!) mit Mann und Sohn eine persönliche „Englische Woche“ geplant. Erst paddelte sie 42 km, dann fuhr sie 110 km mit dem Rad und, last but not least, lief sie am Sonntag noch den Marathon in Burg. Alle Achtung!!!

Wir ließen es hingegen etwas gemütlicher angehen 😉 . Wir fuhren am Freitag in aller Ruhe los und kamen am späten Nachmittag bei Gudruns Schwester, die in Burg wohnt, an. Nach fünf Jahren hatten wir es endlich mal wieder zu einem Besuch in den Spreewald geschafft!

Micha und Silvia aus dem Schwabenland waren ebenfalls am Freitagabend angereist und hatten unweit von uns Quartier, im Seehotel, bezogen. Unsere erste gemeinsame Aktion war das Abholen der Startunterlagen in der Schule. Da mussten wir schon mit dem Auto hinfahren, denn die Schule war ein paar Kilometer entfernt (Burg ist halt nicht klein, sondern das größte Dorf Deutschlands) und wir hätten es sonst nicht mehr bis 19 Uhr geschafft.

Nachdem das erledigt war, ließen wir (Gudrun und ich, Silvia und Micha sowie Gudruns Schwester und Schwager) den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. Bei der Frage, was wir am nächsten Tag unternehmen wollten, machte Gudruns Schwager den Vorschlag, gemeinsam zum Besucherbergwerk F60 in Lichterfelde zu fahren. Wir verließen uns auf den Ratschlag des Einheimischen und wir haben es wirklich nicht bereut!

Bereits von weitem war die riesige Abraumförderbrücke F60 zu sehen. Um mal eine Vorstellung von der Größe zu bekommen: der Eiffelturm ist 324 m hoch und die F60 mit 502 Meter Länge um Einiges größer.

Naja, natürlich liegt die F 60 und steht nicht senkrecht. Bei der Führung, wir kraxelten dabei bis auf 75 m Höhe auf die F60, wurden uns viele Details und viel  Wissenswertes über den Lausitzer Braunkohlebergbau vermittelt. Wenn ihr mal in der Gegend seid, schaut es euch auch einfach mal an oder besucht eine der Veranstaltungen. Die F60 wird auch vielfach als Kulisse für Veranstaltungen und Konzerte genutzt (beispielsweise Max Raabe, Celtic Music Festival, Pyro Games). Ein Besuch lohnt sich also. Und im Frühjahr gibt es dort auch für Läufer ein Event, den Lauf am Bergheider See !

Anschließend machten wir noch einen kurzen  Abstecher nach Großräschen und schauten uns an, was auch ehemaligen Tagebauen so alles werden kann. Seit einigen Jahren wird hier ein ehemaliger Tagebau geflutet und soll einmal ein größerer See werden. Ein interessantes Projekt. Hier werden wir bestimmt mal später vorbeischauen, wenn der See fertig ist 😉 .

Samstagnachmittag erkundeten wir dann Burg, zumindest den  Ortsteil Burg-Dorf. Hier wurde gerade der Skater-Marathon gestartet.  Die Stimme des Moderators kannte ich doch: es war ADI, im Osten bekannt durch „Mach mit, mach`s nach, mach´s besser!“. Den Zieleinlauf der ersten Skater konnten wir auch noch erleben. Es gab heute mir einer Zeit von 01:09:50.700 h für die 42 km sogar einen neuen Streckenrekord!

Bei unserer Fahrt zur Gaststätte „Hotel am Spreebogen“ fuhren wir schon mal einen Teil der morgigen Laufstrecke ab. So hatten wir dann schon mal einen ersten Eindruck von der Ringchaussee, einer sehr ebenen und gut asphaltierten Straße.

Sonntagfrüh stieg ich gleich in die Laufsachen. Nach dem Frühstück ging es mit dem Auto zur Schule in Burg, dem Startort des heutigen Laufes.  Allerdings war schon eine Stunde vor dem Start kaum noch ein Parkplatz in Burg zu finden. Zum Schluss entdeckten wir vor dem Reha-Zentrum noch ein Plätzchen für unseren Berli.

Für Gudrun hatten wir wieder das Klapprad dabei. Silvia hatte sich ein Rad ausgeliehen und war vom Hotel ins Dorf geradelt. Beide wollten uns natürlich an der Strecke anfeuern.

Michas Vereinskamerad vom TSV Kuppingen Uwe trafen wir kurz vor dem Start in Burg. Gudrun und ich hatten ihn beim letzten Beaujolais-Marathon in Villefrance schon kurz kennengelernt.

Vor  dem gemeinsamen Start über 10 km (731 Teilnehmer), 21km (736 Teilnehmer),  42 km (274 Teilnehmer) sowie 10 km Walking (201 Teilnehmer) herrschte hinter der Startlinie bereits ein dichtes Gedränge. Adi´s unverwechselbare Stimme heizte, unterstützt von Diskoklängen, den ca. 2.000 Startern  mächtig ein.

Nach der offiziellen Begrüßung der Teilnehmer des 11. Spreewald-Marathons wurde den Opfern des Anschlages auf den diesjährigen Boston-Marathons mit einer Schweigeminute gedacht. Trotz Erleichterung darüber, dass die Täter schnell gefasst wurden, sitzt der Schock darüber, dass eine friedliche Sportveranstaltung Ziel eines Anschlages wurde, noch sehr tief.

Nachdem von den Organisatoren die Streckenfreigabe kam, erfolgte mit einer minimalen Verspätung um  10:33 Uhr der Startschuss. Nach und nach setzte sich nun die Menge in Bewegung. Micha sah ich wenige Meter links neben mir. Er versuchte sich nach und nach weiter nach vorne zu arbeiten. Nach ca. 500 Metern ging es von der Bahnhofstraße links ab auf die L51 entlang der Hauptstraße und dann weiter auf der Byhleguhrer  Straße. Die Strecke war sehr eben und so langsam zog sich auch das Starterfeld etwas auseinander. Der zeitweise  Blick auf meine Laufuhr zeigte mir einen guten sub-fünfer Schnitt an 🙂 .

Auch die nächsten Kilometer entlang der Ringstraße lief es sich glatt und eben immer schön gleichmäßig in einem etwas unter 5-er Schnitt. So könnte es weitergehen! Nach knapp vier Kilometern bogen die 10-km-Läufer links ab. Unser Feld aus Marathonis und Halbmarathonis wurde jetzt übersichtlicher. Kurz darauf kam der erste Verpflegungspunkt, der beidseitig aufgebaut war. Ich griff mir einen  der gereichten Wasserbecher und weiter ging´s.

Bei km 5 sah ich dann auch Schwager und Schwägerin mit Kamera und Anfeuerungsrufen am Straßenrand stehen 🙂 . Auch das Wetter meinte es gut mit uns Läufern, die Sonne schien und sorgte für angenehme Lauftemperaturen nach der morgendlichen Schafskälte.

Links und rechts der Strecke tauchte ab und an eines der spreewaldtypischen Gehöfte auf. Auch gibt es hier sehr viele Pensionen und Gaststätten.

Nach km 7 bogen wir rechts ab von der Ringchaussee in den Eichenweg. An einigen Stellen sorgte hier der Wind mit einer frischen Brise für etwas Abkühlung. Bei km 8 im Polenzweg kam dann die nächste Versorgungsstelle mit Iso und Wasser. Ich blieb heute beim Wasser und griff mir wiederum einen Becher.

Vom Polenzweg aus ging es nun links ab ins Gelände über eine Wiese und weiter einen geschotterten Weg entlang. Die einzigen „Anstiege“, wenn man sie überhaupt so betiteln kann, waren auf den Fließbrücken zu bewältigen. Davon gibt es jedoch allerdings eine ganze Menge!

Die 10 km waren auf der Waldschlößchenstraße erreicht und ich hatte ungefähr gute 50 Minuten auf dem „Tacho“. Allerdings war ich mir sicher, dass ich das Tempo nicht bis zum Ziel durchhalten würde, denn die ersten Ermüdungserscheinungen machten sich nun bemerkbar 🙁 .

Als mich nun ab und an einige Mitstreiter überholten, wusste ich: Nicht die anderen wurden schneller, sondern ich wurde langsamer… Mein Pace lag nun jenseits der 5-er Schwelle, bei 5:10 – 5:15 min/km .

Kurz nach der nächsten Verpflegungsstelle bei km 12 am Erlkönigweg, wo ich mir neben dem Wasser einige Gurkenscheiben gönnte, sah ich dann Silvia mit der Videokamera und etwas weiter dann auch Gudrun beim Fotografieren 🙂 .

Gudrun rief mir noch zu, dass Gerlind kurz hinter mir läuft! Ich staunte nicht schlecht, denn Gerlind lief den ganzen Marathon, hatte zudem schon zwei sportliche Tage hinter sich (Kanu-Marathon und 110 km Radfahren) und sooo langsam war ich doch bislang auch nicht! Kurz danach, bei km 14, zog sie dann locker und lächelnd an mir vorbei. Ich rief ihr noch hinterher: „Sieht gut aus!“. Ehrlich gesagt, ich war froh, dass ich heute „nur“ eine Runde laufen brauchte!

In Höhe Burg-Kolonie hatte ich nach 1:17 h die 15-km-Marke erreicht. Irgendwo zwischen km 16 und 17 grüßte mich jemand beim Vorbeilaufen:  es war Dietmar aus Rostock, der heute für den RSC Dummerstorf lief. Meine Akkus waren mittlerweile ziemlich runter, so dass ich langsam auf „Schlurfschritt“ umgeschaltete.

Bei dem jetzigen Pace von 5:40 min/km konnte ich zwar wunderschön die Spreewälder Natur genießen, wurde jedoch nun mehr oder weniger „durchgereicht“. Es war auch egal. Jegliche Bestzeitambitionen hatte ich nun sowieso schon begraben, dafür fehlte mir heute wirklich die „Tempohärte“.

Die letzten Kilometer zogen sich dann noch einmal hin und ich schaute mir die Gegend links und rechts der Strecke an. Bei km 20 gönnte ich mir noch einmal einen Schluck Wasser. Kurz danach bogen die Marathonis auf ihre zweite Runde ab, während schon den Trubel im Zielgebiet zu hören war. Das Ziel war also nah und ich hatte es gleich geschafft !

Kurz vor dem Ziel wurde es noch etwas staubig auf der Strecke. Alles setzte jetzt zum Endspurt an, nur einer nicht (so kam ich mir jedenfalls vor). Es blieb somit nicht aus, dass ich von einigen Sportfreunden auf den letzten Metern noch überholt wurde. Jetzt kamen endlich die Zieltore in Sicht und die letzten Kräfte wurden mobilisiert. Vor mir sah ich Gudrun, die uns hier mit der Kamera „abfing“.

Angesteckt vom Trubel zog ich nun auch noch einmal etwas an und kam nach 1:53:20 h (Brutto)/1:52:56 h (Netto) ins Ziel. Ich war mit meiner Zeit eigentlich ganz zufrieden.

Im Ziel holte ich mir nach kurzer Verschnaufpause meine wohlverdiente Teilnahmemedaille ab: eine schwere, halb grüne, halb goldene Gurke. Das ist wirklich eine originelle Medaille!

Auch Silvia und Micha fand ich nach einiger Zeit im Zielgebiet. Micha hatte bereits seine Urkunde und eine Packung Riesaer Nudeln in den Händen. Mit seiner Zeit konnte Micha auch zufrieden sein, denn er hatte den zweiten Platz seiner AK mit 1:37:41 (Brutto) erlaufen! Uwe vom TSV Kuppingen kam nach 2:05:20h (Brutto) ins Ziel.

Nachdem wir alle unsere Leihchips abgegeben hatten, stärkten wir uns etwas und gemeinsam mit Micha und Silvia führen wir nach Lübbenau, um eine zünftige Kahnpartie durch den Spreewald zu machen.

Fazit: Der Spreewald-Marathon eine schnelle (bei entsprechender Vorbereitung) und flache Strecke durch wunderschöne Natur. Die Organisation ist toll und auch die Stimmung an der Strecke stimmte. Was hier jedes Jahr auf die Beine gestellt wird, ist der Wahnsinn! Gerlind hat gleich das volle Programm „gebucht“ – siehe Bericht!

Wir kommen bestimmt wieder zum Laufen in den Spreewald!

 

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